Orig. Geschichten von Seelenverwandten 1-10

Things don’t go wrong to break your heart
so you can become bitter and give up.
They happen to break you down and build you up
so you can be all you were intended to be.
Charles Jones

… die Seele .. ein weites Land …

Original Geschichten 11 – 20
Original Geschichten 21 – 26

 

Neueste Geschichte:

“Habe ich durch ihn meinen Weg gefunden?” vom 26. März 2012 (26)

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Drei Jahre später

Als ich vor drei Jahren diesen Text über Seelenverwandte niederschrieb, hätte ich mir niemals erwartet, dass dieser Text eine derart große Resonanz haben würde.

Ich erhalte immer wieder Emails und Briefe von betroffenen Menschen, die mir aus ihrer Erfahrung und ihrem Erleben bestätigen, was ich damals geschrieben habe. Natürlich erlebt jeder Mensch auch in einer Seelenbegegnung die Situationen in seiner eigenen Färbung und Variation. Doch der Grundtenor ist überall der gleiche ….

Es scheint auch immer so zu sein, dass einer der beiden Seelenpartner nicht bereit ist, sich auf diese Seelenbegegnung einzulassen. Die Bandbreite geht von absoluter Ablehnung so einer Möglichkeit, über Einbildung und Hirngespinste bis zu wütender Verleugnung und oft kommt es zu persönlichen Angriffen und Beleidigungen.

Der andere Teil dieser Seelenverbindung bleibt in seiner Seelenliebe zurück gewiesen, zurück. Aus den Zuschriften, die oft von ganz tiefer Verzweiflung sprechen wenn der eine Seelenpartner sich abgewandt hat, spricht dennoch zugleich auch immer tiefer Glaube an diese Verbindung. Ich lese immer wieder “…auch wenn es vorbei ist, ich bin mir ganz sicher, es ist nicht vorbei, es wird niemals vorbei sein …”

Woher kommen denn nun diese absolute Sicherheit und der Glaube daran, dass diese Verbindung niemals zerstört werden kann?

Die Seelenpartner, die sich nicht gesucht und dennoch gefunden haben, sind fast immer von ganz verschiedener Persönlichkeitsstruktur. Daher scheint auch ein friedliches Miteinander, ein freundschaftlicher Umgang, ein liebevoller Austausch auf Dauer nicht möglich zu sein. Diese Seelenverbindungen sind nicht geschaffen für diese normale dreidimensionale Welt und sie scheitern an der Realität. Die Zuschriften sprechen fast alle von Schmerz, Leid, Zurückweisung, Trennung und von neuerlichen Kontakten nach langer Zeit des Stillschweigens.

Eine Frage bewegt auch sehr viele Menschen: “Wird es irgendwann weniger schmerzhaft, weniger leidvoll?”

Dazu kann ich nur sagen, ja, es wird irgendwann weniger schmerzhaft. Auch in den Seelenbegegnungen scheint es so etwas wie den Verlauf und die “Verschleißerscheinungen” einer “normalen” Liebe zu geben. Zuerst brennen beide lichterloh, man fühlt sich fast unfähig, diese Liebe auszuhalten. Dann kommt Angst ins Spiel, Angst vor zu viel Liebe, Angst davor eine bestehende Partnerschaft zu gefährden, Angst mit allem nicht umgehen zu können, Angst vor dieser großen Nähe und Tiefe, Angst sich zu verlieren … … und man fühlt sich praktisch unfähig, diese Seelenliebe einerseits zu leben und andererseits auch das eigene normale Leben weiterzuleben.

Derjenige Seelenpartner der sich vollkommen geöffnet und zugelassen hat, bemerkt zuerst überhaupt nicht, dass sein Leben nur mehr aus Liebe und Gedanken und Fühlen für … besteht. Alles und jedes, von morgens bis abends, alles scheint sich nur um diese eine Person zu drehen. Man vergisst das eigene Leben, man hat vollkommenen Tunnelblick, aller Fokus liegt auf dieser anderen Seele, Prioritäten des eigenen Lebens verschieben sich. Man hat sich selbst verloren, man lebt und atmet und lacht über dieses andere Wesen … Vielleicht ist es ja dann sogar ein Geschenk, aus diesem Zustand aufgeweckt zu werden und plötzlich wieder realisieren zu müssen, dass man nicht mehr wirklich in der Realität gelebt hat, sondern nur mehr in dieser Seelenverbindung geistig und seelisch aufgegangen ist …

Das dieses Erwachen fast immer sehr unsanft geschieht, nun, vermutlich braucht es das, denn ein sanftes Aufwecken würde wohl nicht funktionieren.

Ganz langsam und unter dem Druck der Seelenschmerzen die diese Verbindungen mit sich bringen, wird das Fühlen etwas weniger heftig, die Höhen sind dann nicht mehr so hoch, dafür sind auch die Tiefen etwas weniger tief und der Sturz weniger schmerzhaft.

Man lernt irgendwann das “Kopfkino”, wie es eine Betroffene genannt hat, hin und wieder abzustellen. Man lernt sich und seine Gefühle für diese Seele unter Kontrolle zu halten. Man lernt, dass es hilfreich ist, sich die andere Seele in ihrem menschlichen Kleid zu erinnern und sie dadurch irdisch/menschlicher zu machen. Man lernt, sich nicht mehr so offen zuzulassen. Man lernt wieder, den Kopf zu gebrauchen. Man lernt, wieder mehr selbst zu sein …

… und, hin und wieder bleibt es nicht nur beim Wünschen und Wollen, sondern die Übung gelingt sogar …

Ich habe vor drei Jahren geschrieben, dass ich glaube, dass der Grund für eine Seelenbegegnung ist, dass wir Menschen bedingungslos lieben lernen. Das glaube ich immer noch und die Zuschriften von Betroffenen bestätigen diese Hypothese auch. Aus der Entwicklung der Geschehnisse glaube ich nun auch, ersehen zu können, dass jeder Mensch in einer Seelenbegegnung auch für sich persönlich sehr viel lernen darf oder besser gesagt, lernen muss.

Wer seine Geschichte anderen Menschen zugänglich machen möchte, kann mir gerne eine Email schicken: info@energieimpulse.net . Ich veröffentliche jede Geschichte unverändert, allerdings bitte ich darum, keine Namen oder Orte zu nennen, sondern nur geänderte Namen und andere Orte bzw. deren Initialen zu verwenden.

Ich weiß, dass es tröstlich ist, darüber zu lesen wie es anderen Menschen in einer Seelenbegegnung ergangen ist und ergeht. Es ist tröstlich und man weiß dann wieder, dass man nicht verrückt geworden ist. Der Zweifel an der eigenen Zurechnungsfähigkeit kann genommen werden. Und doch helfen diese Texte und Erkenntnisse keinem wirklich weiter, denn durchstehen und durchleben muss jeder einzelne dieses, sein, Seelenglück und Seelenchaos ganz alleine.

Es gibt keine Heilung für diese Liebe,
denn Liebe ist immer die Heilung.

Ein Rückblick (1)

Seelenverwandt oder nicht? Dualseele oder nicht? Für mich ist heute die Definition dieser Begegnung nicht mehr so wichtig. Ich habe gelernt, dass es nicht wirklich eine Antwort gibt, sondern lediglich Vermutungen und Ideen. Viele Menschen scheinen das gleiche darüber zu denken, aber ist das schon ein Beweis? Und müssen wir unbedingt benennen, was wir da erleben? Es ist eine ganz außergewöhnliche (Ver-)Bindung, nicht von dieser Welt, und sie kann wohl auch nicht dauerhaft in dieser Welt bestehen. Es ist auch eine ganz außergewöhnliche Liebe, die kaum zu erklären ist, von einer unbeschreiblichen Tiefe und Absolutheit.

Warum sie aber so schwer zu leben ist, warum sie meist im Sturm beginnt, aber irgendwann den irdischen Ansprüchen, Ängsten und Äußerlichkeiten zum Opfer fallen muss, warum anfangs beide “Ja” zu dieser ungewöhnlichen Seelen-Begegnung sagen und dann, über kurz oder lang, eine Seite beginnt das Wissen darum zu verweigern, dazu weiß leider niemand etwas zu sagen. Es scheint nur fast allen Betroffenen so zu ergehen, immer gibt es einen Teil in der Beziehung der irgendwann weint – das sind genauso Männer wie Frauen – und einen ….. ja, der, wie es scheint, fröhlich da weitermacht, wo er vor der Begegnung aufgehört hat.

Ich gehöre heute zu der weinenden Seite, denn vor vielen Monaten hat meine “andere Hälfte” nach Jahren den Kontakt abgebrochen, ohne große Erklärung, und auch so rigoros, dass er nicht mal mehr mit mir spricht. Ich scheine für ihn gestorben zu sein … und ich trauere, um das was da verloren ging.
Und wenn ich mich frage: Was soll das alles, warum muss ich das erleben?, dann sehe ich auch gleich die Antwort: Ich bin gewachsen! Ich bin mir selbst so nah gekommen wie nie zuvor, ich bin mir heute wichtig und achte darauf, mich nur mit Menschen zu konfrontieren, die es gut mit mir meinen. Ich möchte ihnen Liebe entgegenbringen und bin nicht mehr bereit zuzulassen, dass sie versuchen mich klein zu machen, und wertlos. Auch ich habe in den letzten Monaten Kontakte abgebrochen, solche die mir schaden, uralte, familiäre. Ich lerne mich selbst zu achten und zu lieben, und hoffe irgendwann sagen zu können, dass es den Verlust und den damit verbundenen Schmerz wert war. Nur wer sich selbst liebt, mit all seinen Ecken und Kanten, kann auch andere lieben und liebevoll über deren Ecken und Kanten hinwegsehen oder -lächeln. Ich bin mir heute meiner (Un-)Vollkommenheit bewusst und jeder andere (Un-)Vollkommene ist mir willkommen, weil uns nichts von einander trennt.
Ja, der einzige Grund für diese Begegnung scheint der zu sein, dass wir Lieben lernen.

Viele kleine Tode (2)

Ich stehe auch am Ende einer Seelenbegegnung, die über mehrere Jahre ging und zur unglaublichsten Erfahrung meines Lebens werden sollte.

Dieser Mensch, der per Zufall, oder als Schicksal oder vielleicht einfach als meine Bestimmung in mein Leben kam, hat mein Innerstes nach außen gekehrt. Wir haben uns nicht gesucht und doch finden müssen. Ich habe in dieser Seelenbegegnung wundervolle Momente des Eins-Seins erlebt und ich bin auch viele kleinere und größere schmerzhafte Tode gestorben.

Es ist eingetreten, was ich mir niemals vorstellen hätte können … ich habe den entscheidenden Schritt gesetzt und beschlossen, diese Begegnung zu beenden. Mein Herz und meine Seele sind müde geworden. Sie sind müde geworden all dieser Zerwürfnisse, der Vorhaltungen, der Unterstellungen, der ausgesprochenen Trennungen, der Tage und Wochen ohne Kontakt, des Wartens, der Hoffnung, der Verzweiflung, der Ratlosigkeit, der Trauer, der Sehnsucht, des Spagats zwischen “wir sind EINS” und der Verleugnung von allem was zwischen uns je war. Ich bin zu müde um weiterhin ein Leben zwischen Himmel und Hölle zu führen, ich kann nicht mehr.

Mein Kopf sagt mir schon lange, so kannst du nicht weiter machen, du darfst dich für diesen Menschen nicht kaputt machen, so darfst du dich nicht behandeln lassen, schau endlich hin, setze endlich Schritte, wo bleibt dein Selbstwert? deine Selbstachtung?

Mein Herz und meine Seele allerdings versagten bisher meinem Kopf die Gefolgschaft und sie hatten und haben immer und immer wieder gesiegt ….

Irgendwann begann ich dann zu bemerken, dass die Schmerzen um und in dieser Begegnung nicht mehr ganz so weh taten, ganz so, als wäre meine Seele mittlerweile abgestumpft, schmerzunempfindlicher geworden. Der Preis dafür aber war, dass mein Herz sich auch nicht mehr so an den schönen Momenten freuen konnte, denn im Hinterkopf saß schon lange die Angst vor dem nächsten Tiefschlag. Dieser Tiefschlag kam, da konnte ich mir ganz sicher sein.

Allein schon der Anblick einer Email ließ mich erzittern, was erwartet mich wieder … und immer wieder ging ich trotz aller Verletzungen auf diesen Menschen in Liebe zu. Ich verzieh, ich verstand, ich entschuldigte, ich tolerierte, ich akzeptierte und ich liebte … trotz allem …

So erlebte ich in all den Jahren viele Tode, jedes Mal starb ein kleiner Teil von mir. Das Jubilieren meiner Seele allein beim Gedanken an diesen Menschen, verstummte immer mehr und mehr.

Ich lernte, dass es mir sehr half, ein Foto dieses Menschen anzuschauen, denn dann sah ich die Person, den Mann. Dadurch konnte ich alles so richtig in die Realität bringen. Es war nämlich so, dass ich ansonsten – also praktisch in jeder Sekunde meines Lebens – in meinen Gedanken, meinen Gefühlen, dimensionslos, zeitlos, geistig und seelisch mit diesem Wesen verbunden war. Meine Liebe galt auf eine geheimnisvolle Weise nicht wirklich, aber doch auch dem Menschen. Es war und ist in Wahrheit die Seele, die liebte und es war die Seele, die geliebt wurde. Ich dachte nie an den Mann, den Menschen. Es lässt sich nicht wirklich erklären.

Wenn ich diese seelische Verbindung zuließ – und ich konnte lange Zeit gar nicht anders als meine Seele absolut zuzulassen – dann begann mein ganzes Wesen und Sein sich sofort wieder zu sehnen und diese Liebe in ihrer ganzen Gewaltigkeit zu fühlen, denn das Band unserer Seelen ist stark. Die Realität dieser Welt trat dann jedes Mal sofort wieder in den Hintergrund und wurde unwichtig. Den Menschen real zu betrachten half mir sehr, es hielt meine Seele und ihr Fühlen im Zaum.

Wenn ich Bilanz ziehe, dann sehe ich wie sehr ich mich verändert habe, welche Lektionen des Lebens ich mit diesem Menschen lernen habe dürfe. Und doch ist jetzt der Punkt dieser Begegnung erreicht, wo etwas in mir tot ist. Es ist meine Liebe zu diesem Menschen, der diese Seele hier in dieser dreidimensionalen Welt ist.

… und doch liebe ich noch genauso wie am Beginn, meine Seele liebt diese andere Seele unendlich, aber … diese Seelenliebe hat keinen Platz hier in dieser Welt…

Alles was geschehen ist, wirft mehr Fragen auf als zu beantworten sind.

Es ist vielleicht hier auf Erden zu Ende, doch es geht in Wahrheit niemals zu Ende.

Ob diese Erkenntnis nun ein Trost ist? Nicht einmal diese Frage kann ich beantworten.

Ende und Abschied (3)

Hallo an alle, denen das unglaublich schrecklichschöne Geschenk gemacht wurde, seiner Zwillingsseele zu begegnen.

Vier Jahre ist es bei mir schon her, als es passierte und es war eine sehr einschneidende Erfahrung in meinem Leben. Meine andere Hälfte begegnete mir in Form eines Lebensgefährten. “Leider” erkannte ich ihn nicht (wie oft beschrieben) an seinen Augen, da er ein sehr zurückhaltender Mensch ist und seine Gefühle sehr gut zu verbergen weiß, hatte er es irgendwie geschafft, seine Seele nicht in seinen Augen erkennen zu lassen?! Er erschien mir recht arrogant und war eigentlich nicht wirklich mein Typ, oder der Typus den ich sonst bevorzuge.

Als ich ihn zum ersten Mal traf aber war ich in dieser Zeit recht offen für Neues und dachte mir: ach, lern ihn doch einfach kennen – was hast du zu verlieren? Schon beim allerersten Treffen redeten wir, als wären wir alte Bekannte. Er, der ja eher schüchtern war, meinte nur, er würde sich selbst nicht wieder erkennen und hatte das Gefühl, dass er mit mir über alles reden könne. Mir ging es genauso und ich war sogar verwundert, warum ich mich mit dem vermeintlichen Schnösel (was er gar nicht war) so gut verstand. Tja, wir lernten uns näher kennen und merkten, dass wir derart harmonisch miteinander umgingen, dass es schon fast absurd war. Da gab es ein Urvertrauen, das uns beide verblüffte – jegliche Vorsicht, die man sonst einem Fremden gegenüber hat, war einfach nicht vorhanden.

Wir waren beide skeptisch, wo denn da der Haken liegen möge – so was war doch nicht normal. Tja und dann ging die Beziehung in eine tiefere Ebene und von nun an, war nichts mehr so wie es war! Wir sprachen abwechselnd Dinge aus, die oft recht spezifisch waren und der andere glotze nur mit großen Augen und es kam sehr oft “irre – das wollte ICH grad sagen”. Es war wirklich absurd – ich gruselte mich abwechselnd, mit ehrfürchtigem Staunen über die Situationen. Wir begriffen sehr bald, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugehen konnte. Wir kamen beide aus vollkommen unterschiedlichen Verhältnissen und hatten auch sonst einen sehr unterschiedlichen Lebenslauf. Zudem war er schon mal verheiratet gewesen und hatte zwei Kinder aus erster Ehe (mit denen ich mich ebenso prima verstand). Es wurde uns immer unheimlicher, denn diese innerliche Gemeinsamkeit war nicht rationell erklärbar. Auch in unserem Sexualleben war diese Vertrautheit da. Er berührte mich meist grade dort, wo ich eben noch dachte, ach das wäre schön, wenn er jetzt grade… und umgekehrt schüttelte er nur den Kopf “wie gut ich ihn scheinbar kannte” obwohl wir uns ja erst seit kurzer Zeit kannten.

Die absolute Krönung bestand darin, als ich unterwegs war und versuchte, diese seltsame Beziehung irgendwie mit meinem Weltbild und allem was ich bisher wusste in Einklang zu bringen und mir überlegte, warum sich das zwischen uns fast überirdisch anfühlte, so als kämen die Gefühle, die wir gleichermaßen füreinander hegten von einem Bereich jenseits von Zeit und Raum. Ich war total verwirrt, da ich ein eher bodenständiger Mensch bin (wie er auch) und ich mir das ganze nicht erklären konnte. Dann kam mir ein Begriff in den Sinn: Ich bin bei diesem Menschen zu Hause angekommen. Diese Erkenntnis traf mich gleichzeitig wie ein Schlag! Ich wusste genau das war es! Ich wusste bis dato gar nicht, dass ich NICHT ZU HAUSE war, und mir kam auch der Begriff in diesem Menschen echte “Wahrhaftigkeit” zu erfahren. Ein Wort, das ich sonst nie benutzte aber plötzlich traf es genau meine Empfindung. Das schrecklich Schöne dabei war, als ich an diesem Tag wieder bei ihm war und wir uns wieder sehr intensiv unterhielten, meinte er, er hätte das mit uns versucht irgendwie für sich einzuordnen. Und wisst ihr, was er da sagte? Ich bekam plötzlich einen fetten Klos im Hals und dachte noch… er wird doch nicht etwa… und er sagte, er glaubt – ach das würde sich total behämmert anhören – ich schluckte “BITTE sprich das aus, was dir auf der Zunge liegt” und er meinte “na ja ich glaube ich bin bei dir irgendwie daheim angekommen” BÄNG! Ich zittere jetzt noch – nach all der Zeit und bekomme Tränen in die Augen! Wow! DAS muss man erstmal verdauen! Wir hatten wohl zur gleichen Zeit (das stellte sich später zudem heraus) den gleichen Gedanken! Er war ganz verwirrt, aber als ich ihm erzählte was los war, waren wir beide ziemlich Platt! Ich hatte so was noch nie zu irgendjemand gesagt, geschweige denn er! Wir wussten nicht, was wir von diesen gigantischen Empfindungen halten sollten, noch wussten wir, wie damit umgehen.

Mir wurde nach und nach klar, dass diese Beziehung, wenn sie denn jemals zerbrechen würde, mich nicht mit heiler Haut davonkommen ließe. Ich wollte gar nicht darüber nachdenken. Doch es kam wie es wohl musste (und wie es wohl vielen anderen auch erging) Er entfernte sich immer weiter von mir und mich machte das ganz verrückt und ich begann zu klammern – ohne das ich das wirklich wollte! Ich weiß noch, dass er sagte, er müsse erstmal wissen wer er selbst ist, bevor er eine Beziehung mit mir erfolgreich führen könnte. Wir trennten uns – oder er vielmehr von mir! Eine Welt brach zusammen – es war wirklich schrecklich! Da findet man endlich sein Zuhause, von dem man noch nicht einmal wusste, dass es existierte und endlich fühlt man sich eins mit der Welt und einem Menschen und dieser Jemand reißt einem bei lebendigen Leibe das Herz raus! Na ja so fühlte es sich zuerst an. Aber eigentlich war es nicht mein Herz, wie mir später klar wurde – es war irgendwie ein Stückchen von etwas viel wichtigerem – es fühlte sich an, wie ein Stückchen meiner Seele oder ein Stückchen der Essenz meiner selbst!

Es hat seeeehr lange gedauert, bis ich meinen Frieden mit ihm machen konnte! So eine Liebe sterben zu lassen, das geht definitiv nicht! Das musste ich auch erst einmal begreifen. Aber schon bald dämmerte mir: etwas, was nicht von dieser Welt ist, ist auch nicht sterblich! Trotz meines Schmerzes, veranlasste mich genau diese Erkenntnis umzudenken.

Untergehen wollte ich nicht, und so beschloss ich daran zu arbeiten, diese Beziehung als Geschenk zu betrachten (wenn auch ein Schmerzhaftes) Ich hatte das große Glück, erfahren zu dürfen, dass es eine Seele gibt, dass es Menschen zu geben scheint, die mit der eigenen in Verbindung stehen. Also werde ich eines Tages mit dieser Seele wirklich vereint sein – wenn nicht im hier und jetzt dann eben dort, wo diese intensiven Gefühle ihren Ursprung haben!

Loslassen konnte ich den Schmerz erst nach einem seltsamen Traum – rund drei Jahre (!) nach der Trennung. Im Traum traf ich ihn in einem leeren Raum, er nahm meine Hand sah mir tief in die Augen, gab mir den innigsten Kuss, den man sich vorstellen kann und er sagte (ich glaube mit seinen Gedanken) “Zweifle bitte nicht an meiner Liebe zu dir – sie ist nicht tot – ICH LIEBE DICH DOCH, NOCH IMMER, UND NICHTS WIRD DAS ÄNDERN – das weißt du doch eigentlich nicht war!” (Ich wusste dass er Recht hatte, aber ich hatte wohl die Bestätigung von ihm gebraucht). Ich weiß noch wie intensiv der Traum war – ganz anders als sich Träume sonst anfühlen. Er nahm dann im Traum meine Hand und wir gingen in tiefer inniger Zufriedenheit fort! Ich wachte sofort auf, war total perplex und wusste, dieser Traum kam irgendwie von einer höheren Ebene – ich fühlte das einfach! Und in dieser Nacht wusste ich auch: jetzt konnte ich ihn endlich gehen lassen und ihn einfach lieben, ab jetzt war es egal ob ich ihn jemals wieder sehe in diesem Leben oder was auch immer passiert, ich “darf” ihn weiter lieben aber auf andere Art. Also bedingungslose Liebe – war das meine Lektion? Ich weiß es nicht, aber ich fühlte mich endlich frei – ich hatte mein Leben wieder. Ich sehe ihn noch ab und an, aber ich habe nun irgendwie meinen Frieden gefunden – ENDLICH!

All die Jahre habe ich aber nach etwas gesucht: nach einer echten Erklärung! Eine bohrende Frage blieb immer: “warum hat es nicht geklappt, obwohl wir doch eigentlich Topf und Deckel waren!” Das ließ mich einfach nicht los – ich wollte einfach verstehen lernen, was da eigentlich passiert ist. Was hatte es mit diesem Menschen auf sich. Erst jetzt fand ich die Antwort! In dem Buch “Dualseelen”. Vielleicht musste auch das so sein, vielleicht war ich erst jetzt für die Antwort bereit. Und als ich in diesem Buch noch las, dass man deswegen immer mit diesem zweiten ICH zusammen sein will, “WEIL MAN BEI DIESER PERSON ZU HAUSE IST”, da traf mich noch einmal der Hammer der Erkenntnis. Es gibt wirklich eine Erklärung dafür und all die Dinge sind auch anderen passiert! Das tat so gut! Denn das Umfeld, welches nicht seine eigene Dualseele kennt, zeigt wenig Verständnis dafür, dass man nicht loslassen kann – verstand ich das doch selbst am allerwenigsten! Aber jetzt habe ich meine Erklärung schwarz auf weiß! Das ist eine wirkliche Erleichterung – danke für das Buch – auch für alle die noch leiden und ihren Weg noch finden müssen! Liebe Grüße an alle – wir sollten trotz des Schmerzes glücklich sein, dass wir ein Stückchen von Gott begegnen durften! (Ich gehöre keiner Konfession an, muss ich hierzu sagen, aber mir fällt dafür kein besseres Wort ein).

Seither glaube ich an eine Seele und an eine höhere Macht – ich konnte sie am eigenen Leib erfahren. Überlegt euch doch welch unglaubliches Geschenk! Der Preis ist wohl der Schmerz – vielleicht ist es eine Art YIN und YANG ich weiß es nicht! Ich habe zwar teuer bezahlt für diese Erfahrung, aber ich bin wirklich glücklich nun sagen zu können: ES WAR ES WERT!

Ich wünsche allen, die Ähnliches durchgemacht haben, dass Ihr das eines Tages auch für euch sagen könnt!!!
Alles Liebe Euch allen!!!

Neueste Erkenntnisse (4)

Die Gespräche mit A. (eine andere Betroffene) helfen mir unheimlich weiter, und ich hab heute etwas verstanden…

Wir fragten uns ja immer, warum diese wochenlangen Auszeiten sein müssen, warum die Männer sich immer wieder zurückziehen, während wir Frauen machen und tun und mailen,- warum wir immer hinter ihnen her rennen müssen und sie nicht zu fassen kriegen, bis auf einige wenige Kontakte.

Ich glaube, wir sind nicht die, die hinter ihnen herhecheln – wir sind es, die vorausgehen, denn wir entwickeln uns schneller, und manchmal sind wir ihnen zu schnell.

Die Männer kommen dann nicht mit, dann brauchen sie wochenlange Funkstille, um uns einholen zu können. und deshalb melden sie sich auch nach diesen Wochen, als wenn nichts gewesen wäre. sie sind dann wieder auf unserer Höhe und können da weitermachen, wo wir schon vorher waren.

Uns kommt das dann gemein vor, aber sie brauchen diese Zeit. Frauen sind deshalb die Kofferträger, weil Frauen den Mutterinstinkt haben – sie würden auch ein langsam begreifendes Kind nicht verstoßen, haha, sie warten geduldig, bis es versteht.

Deshalb sollten wir nicht leidend warten, sondern uns freuen, dass irgendwann der Zeitpunkt da ist, an dem sie wieder mit uns aufschließen.

Ich sehe die ganze Beziehung zu IHM jetzt mit anderen Augen und bin nicht mehr so unter Druck.

Ich bin wirklich sehr froh, A. kennen gelernt zu haben, denn ich dachte, das liegt an IHM, dass er sich so doof verhält, aber ich weiß jetzt, andere Männer gehen ganz genauso damit um – und ich weiß jetzt auch, dass ich nichts falsch gemacht habe mit IHM, dass man eigentlich nichts wirklich falsch und nichts wirklich richtig machen

Dieser Mensch hat mich reich gemacht … (5)

Es sind fünf Jahre vergangen und es gibt keinen Tag an dem ich nicht an diesen Menschen denke…

Wir haben uns auf zufällige Art und Weise kennen gelernt, wahrscheinlich wäre das anders auch gar nicht möglich gewesen, weil wir uns immer in verschiedenen Welten bewegt haben…

Er war mein Arbeitskollege und zum ersten Mal als ich ihn sah, war da etwas was ich nicht mit Worten beschreiben kann, innerlich war ich bewegt… zu der Zeit hatte ich mich mit so vielen anderen Dingen beschäftigt, so dass ich dem gar keinen Raum lassen konnte… aber ich fühlte ein großes Gefühl…

Jeden Tag haben wir uns gesehen und sind auf eine Art miteinander umgegangen, wie ich es zuvor nicht kannte… wenn ich etwas brauchte, ohne dass ich etwas sagte, spürte er es, ich habe für ihn alles stehen und liegen gelassen um ihm zu helfen… wenn er mir nah kam, wir uns zufällig berührten, so spürte ich diese Berührungen wie Stromschläge, wie ein Magnet zog es mich zu ihm hin, … ich kontrollierte mich, da es mir Angst machte, desto mehr ich diese unglaublichen Gefühle spürte, umso mehr weichte ich dem aus… ich suchte nach Fehlern bei ihm, weil ich dies nicht zulassen wollte, aber ich denke man würde seine Natur verleugnen nicht auf sein Herz zu hören… ich war so wie ich bin, erkannte mich selbst wieder, spürte wie meine Fesseln verschwanden, in allem was er tat, wie er dachte, erkannte ich mich wieder… ich fühlte mich frei und geliebt und dennoch dachte ich nicht einmal darüber nach, warum das so war…

Jeden Abend freute ich mich, diesen Menschen am anderen Tag wieder zu sehen, mit ihm meine Gedanken und Gefühle auszutauschen, mir war es ein Bedürfnis mit ihm zusammen zu sein, zu lachen…

Als ich ihm zufällig, wie so oft begegnet bin, sahen wir uns in die Augen, irgendetwas war da, ein Blitz, wie als würde in dem Moment die Zeit stehen bleiben und wir sahen uns nur in die Augen… und dem Moment wusste ich, er ist es… genau er…

… nach etwa einem Jahr kam der körperliche Teil dazu, weil es anders gar nicht mehr auszuhalten war, die Anziehung, es war einfach richtig… doch umso mehr ich mich auf ihn einließ, umso mehr ging er von mir weg… also habe ich ihm den Abstand gegeben, doch das hielt nicht lange… den wollte er dann auch nicht… als ich dann den Arbeitsplatz gewechselt hatte, beschlossen wir den Kontakt abzubrechen, doch nach vier Wochen hing ein Zettel an meinem Auto, womit er mich gebeten hatte, mich zu melden…

… wieder erlebten wir eine wundervolle Zeit, es war wie in einem Paradies, rundherum bekam ich nichts mit, wollte nur bei ihm sein, alleine nur in seine Augen zu sehen… mit ihm zu reden… ihn zu berühren war wie ein Zwang in mir, diese Anziehung ihm so nah wie möglich sein zu wollen… wie ein Magnet, dem Gefühl folgend und ließ mich fallen, … spürte keinerlei Ängste mehr, wir waren zusammen, ob Freunde oder in einer Beziehung, war mir egal, Hauptsache er war bei mir, … und diese innerliche Sicherheit, dass sich daran nichts ändern könnte… es war einfach – einfach…

… wirklich geredet haben wir über unsere Gefühle nie… wenn ich davon angefangen habe zu reden, so wusste ich dass ihm dies zu nah gehen würde und er ohnehin alles leugnete, aber wenn ich in seine Augen blickte, so wusste ich, dass er mich liebt, respektiert und dieses Gefühl, die Art wie er mich ansah, wie er mich berührte, es war eine Verständigung ohne Worte…

… ich weiß, dass wir in zwei verschiedenen Leben stecken, diese sich nicht so einfach verbinden lassen… das war von Anfang an zwischen uns… aber ich glaubte mehr an die Liebe, als an die Tatsache oder die Realität, so wie die Dinge wirklich sind… er sagte immer, ich sollte auch meinen Kopf einschalten und nicht nur in der Liebe leben, weil das nicht unser ganzes Leben ausmacht… er sagte, er könnte nie mit seiner großen Liebe zusammen leben, weil diese ihn an seinem Leben hindert…

… vor drei Jahren ging er aus meiner Wohnung und ich habe ihn nicht mehr wieder gesehen, er hat den Kontakt abgebrochen… wenn ich ihn anrief… er hat mit mir geredet, aber ließ den Kontakt nicht mehr zu… keinerlei Nähe… nichts…

Ich muss gestehen, dass ich selbst solch große Angst vor dieser Beziehung hatte und ich mich zu verstellen versuchte, wenn ich spürte er kam mir wieder zu nah… konnte auch nicht damit umgehen, weil die Gefühle einfach zu groß waren…

… wir haben in diesem Jahr noch telefoniert und das Gespräch war die Aussprache, er hat sich bei mir entschuldigt und sagte, dass es ihm aus tiefsten Herzen leid tun würde, aber er nicht anders konnte, es war ihm einfach zu der Zeit zuviel… er war sehr lieb zu mir und wir redeten über eine Stunde und es war wie früher… die ehrliche und vertraute Art zwischen uns… und doch machten wir uns was die Gefühle betraf was vor… er wusste, dass ich ihn noch liebte und ich hatte das Gefühl, er wollte es hören, doch ich habe alles abgestritten…

… er hat mich mindestens zehn Mal gefragt, ob ich ihm noch etwas sagen möchte, doch ich tat supercool und verneinte es… das waren die letzten Worte …

… als ich danach noch einmal anrief, war ich so aufgeregt und zugleich supercool, innerlich war ich so verletzlich, es ist wie eine Mauer die er durchbricht, nur wenn ich alleine mit ihm rede… ich spürte seine Liebe, durch den Hörer, hört sich verrückt an, aber es ist so… ich stehe neben mir und kann mich selbst nicht verstehen, vielleicht spielte ich deshalb auch so cool, vielleicht haben wir deshalb nicht zusammen gefunden, weil ich mich nicht offenbaren wollte, konnte, obwohl ich eigentlich wusste, dass er mich durchschaut… er war lieb, sehr lieb, ich war diejenige die das Telefonat zerstörte… durch meine Coolness… seine Worte waren, wir wollten doch keinen Kontakt… hinterher habe ich geweint, es bereut nicht offen zu sagen, dass ich ihn einfach wieder sehen möchte… weil ich ihn liebe… ich konnte es nicht sagen… wenn ich ihn jetzt anrufe, legt er gleich auf… er beschimpft mich…

Ich habe keine Hoffnung mehr, damit meine ich, was unsere Zukunft in diesem Leben betrifft, habe sehr viel über Seelenverwandtschaft gelesen und sehr lange gebraucht um zu verstehen, dass es nicht geht…

… dieser Mensch hat mich reich gemacht, reich an Liebe, reich an Selbstvertrauen, reich an Reife, reich an Stärke… ich habe soviel Schmerz erfahren, die Tränen die diesem Menschen gegolten haben waren es wert… ich möchte nichts missen, ich bereue nichts… alles was ich jetzt bin und das meine ich ehrlich, habe ich durch diese Liebe gewonnen… sie hat mich stark und mutig gemacht… und auch heute wenn ich an ihn denke, bekomme ich Tränen in den Augen, es ist eine Liebe die ich in mir fühle, die ich nie mehr so erleben werde, dessen bin ich mir bewusst, aber diese in meinem Innersten zu spüren, dass es sie gibt, bringt mir die Kraft mein Leben zu leben…

… ich kann heute besser Nein sagen, kann mich kontrollieren, kann endlich Dinge, Menschen die mich belasten, mir nicht gut tun, davon Abstand nehmen… ich lebe mit mir im Reinen und weiß nun endlich wer ich wirklich bin… weiß, dass ich auf mein Herz höre, meine innere Stimme, und dennoch habe ich gelernt diese zu kontrollieren, mich dem nicht einfach hinzugeben… ich kann mein Herz und meinen Verstand im Einklang spüren… und so erkenne ich, wenn etwas in meinem Leben nicht gut läuft… so erkenne ich meinen, für mich bestimmten vorgegebenen Weg… jetzt kann ich endlich wieder sagen, ich bin glücklich… bin zufrieden… man kann im Leben nicht alles haben und dieser Verzicht, auf diese bedingungslose Liebe, diesen Schmerz auszuhalten und zu lernen damit zu leben, ich glaube das ist meine Berufung, die mich jeden Tag weiter reifen lässt… ich werde nicht aufhören diesen Menschen zu lieben, weil ich weiß, dass ich diesen Kampf verlieren werde, aber ich werde leben, lieben, anders aber es geht… man lernt es und man bekommt vom Leben neue Möglichkeiten zugespielt, Möglichkeiten um glücklich zu sein… man muss nach vorne sehen und nicht nach hinten, man muss sich bewusst machen was das Leben bedeutet und wenn es etwas gibt, das aus irgendwelchen Gründen nicht geht, weil es in diesem Leben nicht passt, weil es vielleicht Schicksal ist, so oder so, man sollte es akzeptieren… denn wir gehen mit unserem Schicksal, nicht dagegen… wenn wir lernen, dass Dinge sich nicht ändern, wenn wir begreifen, dass es Schicksal ist, so können wir besser leben und uns unserer Berufung wirklich voll und ganz widmen… denn das ist doch letztendlich der Weg zu unserer Dualseele… unser Ziel ist, unsere Vollkommenheit zu erlangen…

Erfahrungen mit meiner verwandten Seele (6)

Ich habe diesen Mann als Arbeitskollegen kennen gelernt. Ich arbeite im Servicecenter und er ist Berater im Außendienst. Wir haben uns am Telefon kennen gelernt, als ich vor einem Jahr in diesem Servicecenter anfing. Wir sind 20 Mitarbeiter und die Wahrscheinlichkeit immer wieder mit dem selben Berater Kontakt zu haben ist eher selten. Bei uns war es jedoch von Anfang an so, wenn er Arbeit geschickt hat, dann habe immer ich die Sachen auf den Tisch bekommen. Wir haben uns auf Anhieb verstanden. Irgendwann bürgerte es sich ein, dass wir jeden Freitag telefonierten, dann zusätzlich jeden Montag damit die Woche gut beginnt. Nach kurzer Zeit haben wir dann jeden Tag telefoniert. Wenn einer von uns genervt oder gestresst war, dann hat er den anderen angerufen und danach ging gleich alles besser.

Dann kam mein 2-wöchiger Sommerurlaub und wir dachten, es wäre jetzt für diese Zeit Funkstille. Weit gefehlt. Wir schrieben uns E-Mails und nach 3 Tagen fingen wir an privat zu telefonieren.

Am ersten Tag meines Urlaubes habe ich meinen damaligen Lebensgefährten vor die Tür gesetzt. Wir telefonierten jeden Abend und es hat mich so aufgebaut. Für die zweite Woche machte er den Vorschlag, er würde sich einen Nachmittag frei nehmen und die 120 km zu mir fahren, damit wir uns mal persönlich kennen lernen. Wir hatten beide eine gewisse Angst vor dem ersten wirklichen Treffen, aber das war völlig unnötig. Wir hatten das Gefühl uns schon ewig zu kennen, konnten über alles Mögliche sprechen, stellten so viele Gemeinsamkeiten fest und haben auch ganz die Zeit vergessen.

Ab diesem Zeitpunkt war die Verbindung hergestellt. Wir konnten beide nur noch an den anderen denken. Wir haben oft gleichzeitig das Telefon in die Hand genommen. Es wurde immer intensiver und schöner, aber auch gleichzeitig schmerzhafter. Wir telefonieren jeden Tag und sprechen über alles. Wir können miteinander lachen, wie mit sonst niemandem. Wir missverstehen uns nie und können uns gegenseitig Mut machen und uns aufbauen.

Seit 3 Monaten ist es nun ein ständiges Auf und Ab. Er lebt im Moment noch mit einer anderen Frau zusammen und kann/will sich nicht wirklich trennen. Aus Pflichtbewusstsein, aus Gewohnheit und aus Angst vor dem was dann kommen mag. Ich weiß allerdings mit absoluter Gewissheit, dass seine Liebe mir gilt. Ich verspüre auch nicht den Wunsch ihn zu einer Entscheidung zu bewegen. Wenn es so sein soll, dann hat es schon seinen Grund. Vielleicht ist er auch einfach noch nicht so weit.

Vor ca. 3 Wochen hatten wir dann die große emotionale Krise. Wir kamen beide nicht mehr mit dieser Flut an intensiven Gefühlen klar. Für uns gab es nur noch die Sehnsucht einander wieder zusehen (was sich bei uns auf einmal alle 14 Tage beschränkt). Diese Sehnsucht tat uns jedoch so weh, dass wir beide unabhängig voneinander dachten, wir müssen diese Beziehung beenden, da wir sonst daran zerbrechen. Wir haben uns dann getroffen, um über alles zu sprechen. Bei diesem Treffen haben wir feststellen müssen, dass wir nicht fähig sind es zu beenden. Wir hatten es uns beide fest vorgenommen, als wir uns gegenüber standen, konnten wir es einfach nicht. Jedoch ging es uns nach diesem Gespräch besser. Wobei es eigentlich nur ein kurzes Gespräch war. Wir haben es wohl eher über das tiefgehende Verständnis und ohne Worte geklärt. Eine sehr seltsame Erfahrung.

Wir haben beide noch nie so intensiv empfunden und bisher hat auch noch keiner von uns soviel zugelassen.

In der ganzen Zeit habe ich mich immer mit der Frage beschäftigt, was es zwischen uns ist, das uns so magisch zueinander zieht. Wir müssen uns nichts erklären, wir verstehen einander einfach so. Jeder liebt den anderen so wie er ist und jeder darf genauso sein wie er ist. Wir empfinden beide diese extreme Nähe, die Geborgenheit, dieses bei dem anderen zu Hause sein. Ich sagte ihm einmal: “Ich fühle mich nie einsam, weil ich weiß, dass er in Gedanken bei mir ist, auch wenn ich allein bin.” Er meinte nur, dass es ihm genauso gehe. Er ist nicht der Mann der großen Worte, das Aussprechen der Gefühle und Gedanken fällt eher in mein Gebiet. Er sagt mir allerdings immer wieder, dass ich genau die Worte ausspreche, die seine Gefühle und Gedanken ausdrücken.

Wir hatten auch ein besonders einschneidendes Erlebnis: Eines Abends schrieb ich ihm noch ein Mail und habe mich dann mit meinen Tarot-Karten beschäftigt. Mir ließ das alles keine Ruhe und ich wollte sehen, ob es eine karmische Verbindung ist. Ich habe die Karten gelegt und es war auch sehr aufschlussreich. Ich räume die Karten sonst auch ganz normal auf, doch an diesem Abend hatte ich das Bedürfnis eine spezielle Karte einfach in der Hand zu halten. Ich habe die Karte in die Hand genommen und in diesem Moment war es, wie wenn ich einen elektrischen Schlag bekommen hätte. Mein ganzer Arm hat gekribbelt und in meinem Herzen spürte ich auf einmal ganz viel Liebe und Nähe. Danach war ich völlig durch den Wind. Als wir am nächsten Vormittag telefonierten, fragte ich ihn, was er um halbeins in der Nacht gemacht hat (die Zeit in der ich die Karte in der Hand hielt). Er sagte mir, dass er zu diesem Zeitpunkt mein Mail gelesen hat und es ihn so sehr berührt hat.

Das blieb auch nicht die einzige Erfahrung, in der ich ihn spüren konnte, obwohl er 120 km von mir weg ist.

Wir wissen beide nicht, wie es weitergehen soll. Jedoch bin ich wirklich dankbar dies erleben zu dürfen. Und ich weiß auch, dass egal was passieren wird, ich ihn immer bedingungslos lieben werde. Ich konnte aus dieser Beziehung schon so viel lernen. Ich habe noch nie so bedingungslos geliebt, aber auch noch nie so gelitten. Ich teile auch die Meinung, dass man diese Liebe erfahren muss um zu lernen wirklich zu lieben. Ich möchte diese Erfahrung nicht missen.

Neueste Erkenntnisse, Teil 2 (7)

Ich hatte heute früh wieder Einsichten, als ich versuchte, meiner Freundin begreiflich zu machen, was das Wesen meiner besonderen Verbindung zu IHM ist.

Ich hatte den Gedanken mit dem Mutterinstinkt noch nicht bis ins Lletzte zu Ende gedacht, das kam vorhin plötzlich. Meine Freundin hat auch ein Kind, also versuchte ich es ihr folgendermaßen zu beschreiben:

Mit der Geburt eines Kindes tritt ein Mensch in mein Leben, von dem ich fortan niemals wieder emotional getrennt sein werde.

Ich habe von Anfang an eine Millionen sensibler Antennen, die sofort Alarm schlagen, wenn irgendetwas mit dem Kind nicht in Ordnung ist, wenn es krank wird oder in Gefahr ist. Ich bin auf seltsame Weise fast telepathisch mit diesem anderen Wesen verbunden. Meine oberste Priorität in meinem Leben ist, diesen Menschen glücklich zu machen und ihn notfalls mit meinem Leben zu verteidigen.

Als ich zwei Tage nach der Geburt zu meiner Tochter ins Säuglingszimmer ging, weil ich sie baden sollte, waren alle Säuglinge der Station dort in dem Raum. Ich sollte ihr Bettchen aus all den anderen Kinderbettchen heraussuchen und lief sofort wie ferngesteuert auf irgendeins der vielen Bettchen zu – und stand direkt vor meiner Tochter. Ich war sehr verwundert, wie ich das um Himmels willen geschafft hatte!

Die Kehrseite dieser Liebe ist die Erkenntnis, dass mit einem Schlag eine ungeheure Verantwortung in mein Leben getreten ist. Eines Abends im Krankenhaus überfiel sie mich wie eine Welle, die über mir zusammenschlug und ich geriet in schiere Panik! Dennoch würde ich das niemals mehr missen wollen. Himmel und Hölle liegen eben unmittelbar nebeneinander…

Mein Kind kann tun, was es will und sagen, was es will, es kann mich beschimpfen oder sich von mir abwenden, dennoch werde ich es immer und für alle Zeit mit allem lieben, was ich habe. Weil es so sein muss.

Wenn ich räumlich von meinem Kind getrennt bin, habe ich nur den einen Wunsch – es wieder sicher bei mir zu wissen. Wenn es sich während dieser Zeit nicht bei mir meldet, gehe ich durch die Hölle. Ist es sicher bei mir, ist die ganze Welt auf der Stelle wieder in Ordnung und das Leben ist gut.

In meinem Fall trat ER exakt an dem Geburtstag meiner Tochter in mein Leben, und es war das erste Mal in sechs Jahren, dass ich umständehalber an diesem Tag nicht mit ihr zusammen sein konnte.

So habe ich ein zweites Mal an dem besagten Tag mein Baby bekommen :-)
Vielleicht war das ein Zeichen, damit ich das Wesen dieser Beziehung besser verstehe. Heute hab ich es endlich bis ins Letzte verstanden. Der Mutterinstinkt ist also tatsächlich der Motor.

Seit der Trennung sind 10 Jahre vergangen (8)

Seit der Trennung sind 10 Jahre verstrichen. Ich hatte vor einem guten Jahr schon gedacht, alles wäre langsam abgeklungen, aber dramatische Ereignisse, die man später erfahren wird, rissen die Wunde noch schlimmer auf. Ich habe zur Zeit entsetzliche Schmerzen, teils aus Mitleid, teils aus Verlust, aber auch aus Reue und Sehnsucht.

Als unsere Kinder noch klein waren, hatten wir nach mehreren missglückten Au-Pair-Versuchen eine Japanerin gefunden. Sie war 17. Sie kam mit einem steifen Gesicht. Sie war teils wie gelähmt. Sie hatte als Kind und Jugendliche viel aushalten müssen. Sie war lange nicht zur Schule gegangen. Das sollte ihr Schritt aus dem Gefängnis werden. Sie berührte mich mit ihrem Anblick. Ich sah meine eigene Gefangenheit und Sehnsucht. Sie kam zunächst gar nicht zurecht. Einmal kam ich nach Hause, da hatten die Kinder sämtliche Spielsachen im ganzen Haus verteilt und sie stand steif wie eine Porzellanpuppe mit Knopfaugen und weinte. Ich nahm sie auf den Arm und trug sie auf ihr Bett, beruhigte sie und räumte auf. Eine wesentliche Rolle spielte ihre Malerei und Zeichnerei. Sie war unglaublich begabt. Ich konnte das beurteilen, denn meine Mutter war Malerin und Grafikerin gewesen. Es war so wunderbar, sie arbeiten zu sehen. Ich machte ihr Mut und besorgte Malunterricht für sie. Sie ihrerseits machte mir Mut und sagte, dass ich so viel für alle machte. Sie roch nach meiner Oma. Ich hatte nie gewusst, dass ich in solcher Weise an meine Oma gedacht hätte.

Sie war so still, nur ihre Augen schauten so weise und verständnisvoll und ich verstand ihre Seele wie meine. Sagte ich z.B. “Wollen wir mit den Kindern spazieren gehen!” – “Au ja!”. Sie war langsam und leise. Genau das Gegenteil von meiner Frau und von meiner Mutter: die waren immer hektisch und laut. Es gingen einige Monate, wo ich eine Anziehung spürte, aber natürlich an weiteres nie ernsthaft dachte. Eines Tages sprachen wir etwas Belangloses. Als sie an mir vorbei lief, spitzte ich scherzhaft den Mund und sie gab mir einen Mädchenkuss, völlig harmlos. Und dann fing sie an zu weinen: “Oh, was habe ich gemacht?”. Ich zog sie auf den Schoß und tröstete sie. Und dabei berührte ich sie am Bein und dann war es um uns beide geschehen. Wir schliefen miteinander, es war wie eine Knospe, die erblühte. Nun weinte ich und sagte: “Oh Gott, ich liebe dich, bitte, wenn du es nicht so fühlst, dann verzeih mir, aber ich sehne mich so nach dir.”. Von da an waren wir regelmäßig zusammen. Die beiden Frauen hatten gesprochen und so lief es irgendwie. Ich habe zu der Zeit entsetzlich viel gearbeitet. Immer, wenn ich abends spät zu ihr ins Zimmer kam, sah sie mich so lieb an und schlief meist in meinen Armen ein, bevor ich in mein Bett ging. Ich half was ich konnte, und wir sprachen sehr viel über unsere Kindheit. Ich sagte ihr, wenn ich nicht soviel erlebt hätte, würde ich nicht wissen, dass unser Zusammensein Liebe sei. Sie war verwirrt. Natürlich stimmten Alters- und soziale Konstellation überhaupt nicht und bestimmt passte ich auch nicht zu ihrer Traumvorstellung. Und doch war jeder gemeinsame Augenblick wortlos schön und friedlich, wie ein Balsam. Wenn ich in ihre weit geöffneten Augen sah, war ich geborgen und verstand alles.

Endlich wollte meine Frau mit den Kindern verreisen. Ich hatte mich auf das Alleinsein mit der Geliebten gefreut, aber sie wollte währenddessen nach England. Ich war wie verrückt vor Sehnsucht. Nach einigen Tagen rief sie an, dass sie sich einsam fühlte und kommen wollte. Ich freute mich sehr. Als jedoch das Wochenende nahte, bekam ich solch entsetzliche Seelenschmerzen, dass ich zwei Tage nicht nach Hause konnte. Ich war lange Jahre spielsüchtig gewesen und bei Schmerzen immer “abgetaucht”. Denn während ich bei Anwesenheit meiner Frau unsere Gemeinsamkeit wie einen Notbund empfand, so fühlte ich mich in ihrer Abwesenheit so entsetzlich schuldig und schmutzig. Und ich hatte zudem von Kind an eine entsetzliche Angst vor totaler Hingabe. Als ich endlich nach Hause kam, war sie völlig verstört, sagte: “Eigentlich wollte ich mit dir ganz böse sein, aber als ich deine Augen gesehen habe, konnte ich nicht.”.

Wenig später sagte sie mir, dass sie mich sehr gern habe, aber mich nicht liebe. Unser Beisammensein aber blieb unverändert. Der seelische Druck im Haus wuchs und mehrfach wollte meine Frau sie rauswerfen. Das wollte ich unbedingt verhindern, denn das wäre für sie eine Schande gewesen und ein Misserfolg. Ansonsten verschloss ich vor allem meine Augen, ich brauchte unser Zusammensein, koste es was es wolle. Es war wie ein Diamant im Dreck, es bleibt ein Diamant. Das Jahr ging zu Ende. Sie wollte gern in Deutschland bleiben, aber ich wollte, dass sie nach Japan zurückgeht, um eine Ausbildung zu machen. Ich wusste, dass sie hier Schaden nehmen würde wegen der völlig anderen Kultur, die sie ja gar nicht kannte und auch wegen der Beziehungsverhältnisse konnte ich mir nicht vorstellen, dass das lange gut gehen würde, und dann hinge sie völlig haltlos in einem fremden Land. Ich dachte, ich wollte einmal in meinem Leben statt Klammern Freiheit geben und dachte, sie würde schon zur Besinnung kommen. Ich wollte später, wenn der unmittelbare Zusammenhang nicht Schande für meine Frau mehr sein würde, nach Japan gehen. – Sie war sehr wütend, als sie ihr Zimmer räumen musste, das tat mir leid, aber es war die einzige Möglichkeit.

Als sie abgereist war, war ich ganz leer. Jedoch war ich so froh, dass sie heil aus der Situation herausgekommen war. Ich hatte die Entscheidung nur in Gedanken an ihr weiteres Wohl getroffen und dabei überhaupt nicht an mich gedacht. Ich schrieb täglich und ich war so froh wie ein Strafgefangener, dessen bester Freund es geschafft hatte, in Freiheit zu gelangen, das war mir Freude genug. Ihre Post blieb nach einem rührenden und lieben Brief aus. Ich suchte sie zu finden, aber das ist in Japan unmöglich. Ich erkundigte mich auch nach Arbeitsmöglichkeiten. Nach ca. 1 Jahr schickte sie mir eine Adresse eines Studentenheims. Ich bat um ein Gespräch. Ich wollte nur hören, was geschehen war. Aber sie wollte nicht und sagte, sie habe Angst vor mir. Als ich in sie drang, was denn los sei, schrieb sie mir endlich, ihre Gefühle hätten sich geändert. “I have a boy!”. Oh, diese lässige und hingeworfene Bemerkung traf mich wie ein Hammer, dass ich für einen “Boy” sie hatte gehen lassen. Ich wurde sehr ärgerlich und schickte böse Faxe wie: “Wenn du Gift gefressen hast, kannst du den Teller gleich mitessen!” bzw. “Schlimmer als eine schlechte Ernte ist nur noch eine schlimme Frau!”, das sind japanische Sprichworte.

Ich fuhr ein Jahr später nach Japan in einer anderen Angelegenheit. Auf dem Rückweg ging ich zu dem Studentenheim. Da saß ich so zwei Stunden, in denen ich an sie geschrieben hatte und wollte schon gehen, als plötzlich zwei Motorräder kamen mit ihr und einem rachitischen Burschen. Sie nahm mich mit aufs Zimmer, wo der Bursche rauchte und sie Tee machte. Sie schickte ihn weg. Er war so entsetzlich dämlich, das hat mich richtig getroffen, saß auf’m Teppich, ließ sich bedienen und qualmte noch die Bude voll. Ich dachte immerzu: “Weil du gedacht hast, sie nicht beschädigen zu wollen, schmeißt sie sich jetzt so einem Trottel an den Hals. Sie ist zum Dienen geboren, und was du ihr ersparen wolltest, hätte dir und ihr wohlgetan!”. Auch hatte ich den Eindruck, dass der sie mehr vom Studium abhielte als es zu befördern.

Ich war wie gelähmt. Ich nahm nur kurz ihre Hand und sagte: “Du bist so schwach!” und sie nickte. Dann führte sie mich durch einen Tempelbezirk und ließ mich plötzlich mit einem gehetzten Blick an der Haltestelle zurück, weil sie schnell heim musste zum Freund. Hatte ich bis dahin ein gutes Herz und Mitleid mit ihr gehabt, ihr sogar versprochen, Bilder von den Kindern zu schicken, so fühlte ich mich plötzlich so entwürdigt und abgestempelt. Zu Hause hatte ich einen Nervenzusammenbruch, fiel die Treppe herunter und ein Glassplitter der Brille fuhr mir in die Nase. Ich schrieb einen Brief an ihre Eltern, dass ich bei ihrer einen Typen angetroffen habe, von dem mir nicht klar gewesen sei, was er überhaupt mache und der ausgesehen habe, als nähme er Drogen. Logisch, danach gab’s keinen Kontakt mehr.

Sieben Jahre vergingen, ohne dass sie mir aus dem Sinn gegangen wäre, aber langsam war der Schmerz mehr in den Hintergrund getreten. Ich hatte ja auch alles darangesetzt, jegliches Porzellan zu zerschlagen. Kurz vor einer Japanreise im Dezember 2005, 7 Jahre nach den letzten Ereignissen in Kyoto, fing meine Frau plötzlich an, mich vor den Kindern zu beschimpfen, dass ich sie mit dem Kindermädchen betrogen hätte etc. Mir fuhr der Schmerz wie ein Messer durch die Seele. Ich hatte auf alles verzichtet, um niemanden zu schädigen und hatte selbst entsetzlich gelitten unter Lieblosigkeit und Missachtung beider Frauen. Da suchte ich und sah im Internet ihren Namen als Malerin in Verbindung mit einer Galerie in meiner Geburtsstadt. Ich schrieb ihr sofort, bekam aber nur einen sarkastischen und bitteren Brief zurück. Ich fing an Grafiken zu machen und hoffte, sie würde diese Sprache verstehen. Aber sie hatte ja geschrieben, sie würde sich nie wieder melden. Im Januar 2006 fuhr ich nach New York. Als ich beim Metropolitan Museum of Art vorbeikam, kam sie gerade aus dem Eingang. Ich griff ihre Hand, aber sie sagte, sie sei es nicht und lief weg. ich folgte und sagte: “Bitte sprich doch mir mir!”. Sie telefonierte, lief in einen Schuhladen und bat um Hilfe. Ich ging, sagte: “Willst du wirklich, dass mich die Polizei holt?” und sie schüttelte ganz verzweifelt den Kopf, von Sinnen. Aber ich musste gehen, weil die Verkäuferin schon die Polizei am Apparat hatte. Am Columbus Circle traf ich dann noch auf ihre gesamte Familie. Sie glaubt nun wohl, ich habe sie verfolgt und alle Interneteintragungen und anderen Spuren sind verschwunden. Meine Frau sagte mir, dass sie als Kind schon einmal untergetaucht sei und wohl endlich in diese Angst wieder verfallen sei.

Seither habe ich solche Schmerzen. Ich musste all die Jahre immer an sie denken und habe mich auch phasenweise entsetzlich gefühlt, was ich auf eine seelische Verbindung zurückführe. Ich liebte sie so sehr und wollte auf keinen Fall ihr wehtun, habe das nun aber so intensiv getan. Ich habe mich immer gewundert, warum sie so vehement gegen mich reagiert. Ein Freund sagte mir, dass sie wohl alles verdrängt habe aus Schuldgefühlen heraus. Tatsache ist, dass sie mir mitgeteilt hat, sie habe nicht geahnt, was sie Schlimmes angerichtet habe gegen meine Frau und meine Kinder etc. In Wirklichkeit hat sie mir aber damals mit ihrer Liebe das Leben gerettet, denn ich hatte keine Hoffnung mehr gefühlt. So habe ich das Leben gewonnen und mein Herz verloren. Ich weiß, dass ich nicht anders handeln konnte. Ich glaube auch, es war so richtig. Aber der Schmerz und die Sehnsucht sind so groß. Ich kann seither keinerlei erotische oder Liebesgefühle mehr empfinden sondern muss bei solchen Gelegenheiten immer weinen. Meine Gedanken sind, dass sie sich mit Gewalt gegen unsere “irregulären” Gefühle wehrt/abschottet. Sollte es anders sein, wie erklärt sich, dass sie in meine Geburtsstadt gegangen ist und wie es möglich ist, dass wir beide ahnungslos auf die Sekunde genau in New York zusammentrafen?

Epilog – zwei Jahre nach New York habe ich im Internet noch ein Mal nach ihr gesucht und dabei etwas herausgefunden, was ein neues Licht auf die Ereignisse wirft: die Dame lebt nun in Schwulen- und Lesbenkreisen in Berlin (meine Geburtsstadt) als Künstlerin und zelebriert dort ihren Seelenschmerz (Selbstzerfleischung – das ist heute moderne Kunst) mit einer entsprechenden Live Performance.

Damals, als sie bei mir war, hatte ich im entscheidenden Augenblick so entsetzliche Schmerzen, die es mir unmöglich machten, zu ihr zu gehen und unsere Verbindung zu besiegeln. Das muss dann wiederum der Auslöser für ihre Abkehr gewesen sein. Nachdem ich nun alles überblicke, denke ich, das war eine Warnung. Und auch sie muss wohl gefühlt haben, dass es nicht geht. Denn ich wäre in einer so verdrehten Umgebung kaputt gegangen. Es hat mich schon sehr schockiert, das zu sehen, denn erstens ist sie so ein lieber Mensch und zweitens so unglaublich begabt. Aber glücklich zu sein scheint für sie eine Todsünde zu sein. Was würde sie dann darstellen?

Eine kosmische Begegnung (9)

Meine Geschichte, ich hoffe das sie anderen und mir selber weiterhilft……..

Ich männlich 39 Jahre alt, hatte eine Kosmische Begegnung………einfach kaum zu verstehen…………ich selber habe schon einiges in meinem Leben hinter mir, jedoch fühle ich mich nicht mehr als Opfer………..sexuellen Missbrauch, Alkoholabhängigkeit, Drogenabhängigkeit, Nahtoderlebnis…….usw. seit 1993 clean und auf meinem spirituellen Weg…………………….

Es fing alles 2003 an eines meiner schönsten Jahre in meinem Leben. Zum ersten mal fühlte ich so eine Selbstliebe zu mir und konnte gut mit mir sein………..irgendwie fing ich an alles mehr mit Liebe zu tun, so auch Wassertrinken, Essen und vieles andere – irgendwie kam ich in eine höhere Schwingung……….Liebesenergie, hatte mehr Mitgefühl für andere, konnte auf der Herzensebene vergeben usw.

Dann sagte ich zu mir selbst und zu meinen Lieben Gott vielen Dank es ist alles Schöne wie es jetzt ist, und äußerte den Wunsch irgendwo mal herzugehen oder zu sein wo ich eine Frau sehe mit dem Gefühl WOW, das ist sie und du kannst einfach weitergehen wenn du sie siehst, weil du wirst sie wiedersehn wenn du sie wiedersehn sollst, du brauchst gar nichts zu machen…………..und so passierte es auch. Ich sah sie, und wusste es irgendwie und bin einfach weiter, eine Woche später sah ich sie 50 Kilometer weiter, nachdem ich ein paarmal an sie gedacht habe und schon in meinem Herzen berührt war und total auf……..ich sprach sie an, es war so eine Sicherheit und angenehme Ruhe, keine Verliebtheit auch nichts Sexuelles, obwohl sie sehr schön ist, ich selber bin auch attraktiv………..es war was ganz anderes…………es stellte sich heraus das sie gar nicht in Deutschland lebte sondern in einem andern Land…………..wir haben an diesem Abend keine Telefonnummern ausgetauscht, wussten nur unsere Vornamen, mir wurde die Musik zu laut und verabschiedete mich von ihr wieder mit dieser inneren Ruhe und Sicherheit wenn du sie wiedersehn sollst, wirst du sie wiedersehn……….und ging…………..

Dann vergingen ein paar Wochen, in der Zeit musste ich immer wieder an sie denken…….nach ein paar Wochen erreichte mich dann eine Email, die sie geschrieben hat an jemand ganz anderen, sie wusste nur meinen Vornamen und in welcher Stadt ich wohnte. Diese Mail ging wie durch ein Wunder durch ganz viele Hände und erreichte mich dann durch einen Anruf von einer Frau, die ich gar nicht kannte, die aber mich kannte weil ich eine Woche vorher an einem Ort war durch Zufall wo ich sonst nie war und die Frau konnte sich an mich erinnern……….usw. Sie sagte am Telefon sie hätte da was für mich, ich glaube sie sagte sogar ein Weihnachtsgeschenk…………ich wusste direkt um was es da ging und war sofort von einer Sekunde auf die andere zutiefst berührt. Abends fuhr ich dann zu dieser Frau und bekam von ihr diese Email…………da stand drinnen, dass meine Seelenfreundin mit mir teilen wolle usw. ich war gefangen, ich konnte gar nicht anders mir liefen die Tränen und ich fühlte diese bedingungslose Liebe und mein Ego schmolz, ich kann dass nicht in Worte fassen……….sie brauchte Hilfe, sie bekam von mir immer das was sie brauchte auf die Sekunde genau per Email, SMS oder Telefon, ich war mit ihr verbunden, spürte alles, jeden Schmerz von ihr, alles, jedes Gefühl……………….ich wurde immer hellsichtiger so dass ich um die Weihnachtszeit sehen konnte was in Geschenken eingepackt war, konnte Gedankenlesen, konnte jedem Menschen in die Seele schauen und sah auch die ganzen Schatten, hatte das Gefühl es ginge um Leben und Tod – das war der Hammer. Ich hatte Angst weil ich diese Energie nicht kannte………………………………ich dachte die Frau wäre die Liebe meines Lebens………..es war viel mehr…………sie ist dann mit ihrem Sohn zu mir gezogen, jedoch dann fingen die Probleme an. Ich habe mich nie richtig davon erholt……..ich wusste auch dass wir gar nicht zusammenbleiben konnten, das war so schmerzhaft denn ich hab sie so geliebt wie ich noch nie geliebt habe…………..ich bin durch diese Begegnung sehr gewachsen………..und durfte Lernen was Vergebung bedeutet usw. Zweieinhalb Jahre habe ich sie nicht gesehen. Dann vor 2 Wochen sah ich sie wieder, einen kurzen Moment, bin weiter. Es erreichte mich erneut ein Brief den hat sie an meine Eltern geschickt…..weil sie von mir nichts hatte………….ich konnte diesen Brief nicht wegschmeißen………weil ich liebe sie immer noch. Ich habe ihr per Mail geantwortet, dann überfordert, wollte Abschied, ein Ritual oder so, dann doch angerufen gestern morgen………ich möchte sie nicht sehen, ich habe Angst, ich möchte so was nicht mehr erleben………………ich nehme es einfach an dass diese Verbindung bestehen bleibt……………….ich mich aber nicht mehr darin auflösen brauche, sie hat von mir alles bekommen was sie braucht, ich habe meine Aufgabe erfüllt, und sie ihre, ich habe ihr Herz geöffnet und sie meines………….batsch von selber was für ein Geschenk, ja hier habt ihrs, macht was draus so sehe ich das……………………..

Es geht ja nur um Liebe, das ist die größte Kraft die es gibt……………

Ich bin mir selbst näher gekommen und habe totales Gottvertrauen

Ganz Liebe Grüße an alle und viel Kraft, immer versuchen den Boden unter den Füssen zu behalten………………………………………………LOVE LEARNING LOVE POWER OF LOVE

Ein Treffen in der Straßenbahn (10)

Email 1

Liebe Ursula! Ich bin heute auf Ihrer Seite angekommen, weil mir in den letzten Wochen etwas passiert ist, wofür ich keine Worte fand. Ich werde Ihnen die Geschichte erzählen, weil ich hoffe bei Ihnen dafür einfach ein offenes Ohr und Verständnis zu finden.

Mein Leben stand in den letzten Monaten sehr unter dem Stern stetiger Veränderungen. Mein Lebensgefährte und Vater unseres gemeinsamen Kindes hat uns verlassen. Andere Stadt – anderes Leben. Das hat mein bisher gefestigt geglaubtes Leben enorm durcheinander gewirbelt. Im Zuge dieser wirren Zeit habe ich mich sehr viel im Kreise meiner Familie aufgehalten. So auch am 01. April diesen Jahres. Meine Oma hatte Geburtstag und gemeinsam mit meinem Sohn wollte ich sie besuchen um gemeinsam zu feiern. Sie wohnt am anderen Ende unserer Heimatstadt, so dass wir einen recht langen Anreiseweg mit der örtlichen Straßenbahn inklusive einem Umstieg hatten.

Mein Sohn und ich stiegen nun in die Straßenbahn, setzen uns und fuhren los. Eine Haltestelle später öffneten sich wieder die Türen und auf einmal war alles anders. Hinter uns setzte sich ein junger Mann, den ich nicht gesehen, aber im tiefsten Innern gespürt hatte. Das Gefühl raubte mir den Atem und war für mich wohlig und erschreckend zugleich. Und ebenso neu. Mein Sohn sprach mit mir, aber ich konnte ihm nicht mehr zu hören. Es war, als würden Raum und Zeit ihre Bedeutung verlieren. Ich bemühte mich um Beherrschung, versuchte mich auf mein Kind zu konzentrieren, aber alle Versuche scheiterten kläglich. Er saß direkt hinter mir und ich konnte ihn spüren. Wie eine Umarmung, die mich nicht mehr los ließ. Tränen schossen mir mit einmal in die Augen und ich hatte den enormen Drang einfach davor zu fliehen. Mein Sohn wurde allmählich missmutig und schimpfte über meine fehlende Aufmerksamkeit. Er hatte etwas in der Bahn entdeckt, was er mir unbedingt zeigen wollte. So sehr ich mich auch bemühte, gelang es mir nicht aus zu machen, was er meinte. Hinter mir ertönte eine Stimme, die mir sanft ins Ohr flüsterte, dass mein Kind wohl die an der Decke der Straßenbahn angebrachte Kamera meinte. Ich fuhr regelrecht zusammen. Drehte mich um und schaute in seine Augen. Der Atem stockte mir. Mich durchfuhr ein Schmerz und gleichzeitig eine Liebe, wie ich sie bislang nicht kannte. Ich redete mir ein, dass ich einfach durcheinander sei und im Moment wohl nur zu sentimental. Aber alles weg reden half nichts.

Endlich erreichten wir unseren Umsteigepunkt. Mit meinem Kind an der Hand stürzte ich regelrecht aus der Bahn um zum anderen Bahngleis zu steuern. Wollte ich doch nur noch durchatmen.

Die Anschlussbahn kam nur wenige Minuten später und ich war sogar froh, von diesem Ort weg zu kommen. Hatte mich auch nicht wieder nach ihm umgedreht. Diesem Drang konnte ich widerstehen.

Nun saßen wir endlich in der anderen Bahn. Ich ließ mich in den Stuhl fallen und gerade als ich über mich selber kopfschüttelnd zweifelte, war dieses Gefühl wieder da. So direkt, so aufdringlich und so stark. Verwirrt schaute ich mich um und fand ihn keine 5 m von uns sitzend. Mit dem Rücken zu uns. Verlegen schaute er sich immer wieder um. Ich versuchte das zu ignorieren. Drehte aber vollkommen auf. War nicht mehr Herrin meiner Gefühle und war doch noch in der Situation für die nächsten Minuten gefangen. Immer wieder spürte ich seine vorsichtigen Blicke, die mir sofort auswichen, wenn ich auch einen Blick wagte. Aus einem Grund, den ich nicht erklären kann, habe ich in meiner Tasche nach einem Stift gewühlt. Der Gedanke, er würde jeden Moment wieder gehen hat mir einen derartigen Schmerz bereitet, dass ich ihn um keinen Preis einfach gehen lassen wollte. Noch bevor ich meine Nummer aufschreiben konnte, stand er auf einmal vor mir. Zitternd und zappelnd stammelte er: “Ich weiß selber nicht warum.. du bist ja auch sicher verheiratet, oder zumindest fest vergeben.. es ist eigentlich nicht meine Art.. aber irgendwie würde ich es mir wohl nie verzeihen, dir jetzt nicht meine Nummer gegeben zu haben..” Er reichte mir eine Karte, auf die er seine Nummer geschrieben hatte und verschwand sofort aus der Bahn. Ich habe mich so riesig darüber gefreut. Eine natürliche, ehrliche und tiefe Freude. Laut habe ich gejubelt. Mit meinem Sohn ihm nach gewunken und noch Minuten später schmunzelnd auf die Karte geschaut.

Keine halbe Stunde später habe ich ihm eine SMS geschrieben und so entstand ein kleiner Kontakt. Er schrieb regelmäßig, häufig auch genau dann, wenn ich schon am tippen einer neuen Nachricht für ihn war. Wir wollten uns unbedingt wiedersehen. Auf einen Kaffee war ausgemacht. Jede Nachricht von ihm weckte in mir eine entzückte Freude. Bis er schrieb, dass er nach Holland müsse. Er arbeitet als Roadie und organisiert u. a. auch diverse Festivals. Diesmal ist er kurzfristig nach Holland abgerufen wurden. Wir mussten unser Treffen verschieben. Im Grunde wäre das auch kein Problem gewesen, aber ich bekam mit einem Mal ein enorm schlechtes Gefühl.

Tagelang hörte ich nichts von ihm. Auch ich schrieb ihm nicht. Vielleicht aus Rücksicht, weil er ja arbeiten war, oder aber auch einfach aus Vertrauen darauf, dass er sich in jedem Fall melden würde.

ca. 1 Woche später erreichte mich eine SMS von ihm. Er schrieb, dass er mich nicht vergessen hätte, viel an mich denkt, aber in Holland im Krankenhaus läge. Er hätte zu sehr auf der Überholspur gelebt, zu viele Parties und zu viele Drogen. Sein Körper hat ihn dann verlassen, so dass er auf der Bühne zusammenbrach und mit dem Kopf aufschlug. Das Ergebnis war eine Gehirnerschütterung, die noch in Holland behandelt wurde. Danach kam er in Deutschland direkt in ein Therapiezentrum für Süchtige. Er schrieb mir noch, dass er angekommen sei, aber nun für 4 Wochen Kontaktsperre hätte. Er fragte nach meiner Adresse, er wollte mir unbedingt schreiben. Dann war Stille.

Auch ich schrieb ihm in den folgenden Wochen seitenlange Briefe, auch wenn ich keine Adresse von ihm hatte. Ich war mir sicher, dass sie ihn irgendwann erreichen werden. Auf eine eigenartige Art und Weise fehlt er mir. Ein Mensch, den ich bislang nur einmal gesehen hatte. Ich begann an mir zu zweifeln, versuchte dem aber nicht all zu viel Bedeutung zuzumessen. Dennoch dachte ich sehr häufig an ihn.

Vorige Woche Donnerstag drehte sich mit einem Mal meine gesamte Gedankenwelt nur um ihn. Ich schrieb ihm wieder und hatte sein Gesicht andauernd vor meinem geistigen Auge. Auf der Heimfahrt von meiner Arbeitsstelle hörte ich einen Song aus meinem MP3 Player, den ich lange nicht gehört und der mich auf irre Weise immer an ihn erinnerte. Ich hörte diesen Song immer und immer wieder.

An jenem Abend bekam ich von einer Freundin Besuch. Gemeinsam saßen wir auf meinem Balkon und redeten stundenlang über ihn. Sie versuchte ihn mir auszureden. Ein Junkie – das geht ja gar nicht. Schon gar nicht mit einem Kind. Wir könnten nicht verschiedener sein und damit hat sie recht. Gemeinsam lasen wir in den Ausdrucken, die ich über Entzug und Psychosebehandlung Süchtiger auf Arbeit ausgedruckt hatte. Und auf einmal meldete sich mein Handy. Noch bevor ich die Nachricht öffnen konnte, schlug mir mein Herz schon bis zum Hals. Ich wusste, wer mir da geschrieben hat. Es war ER. Er schrieb, dass es ihm gut ginge und er eventuell am Wochenende mal Ausgang bekäme. Er wollte sich endlich mit mir treffen. Mein erster Gedanke war, dass es viel zu früh sei. Die 4 Wochen Kontaktsperre waren noch nicht rum. Aber trotzdem ließ die Hoffnung ihn endlich wieder sehen zu können, mich auf dem Balkon vor Freude tanzen.

Am Samstag gegen 19 Uhr wollten wir uns nun endlich sehen. Sein Ausgang wurde auch endgültig genehmigt und ich war nur noch durcheinander. Eine Mischung aus Angst vor dem, was vor mir lag und Freude.

Aus dem Treffen wurde nichts. Da er kein zuhause hat, ist er zu seiner Mutter gefahren. Diese hatte mit ihm noch so viel zu erledigen, dass er es nicht mehr schaffte zu mir zu kommen. Er wollte am nächsten Tag kommen und wir verabredeten uns für den Morgen.

In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen. Ich hatte wilde Träume und auch immer wieder dieselben. Mir träumte, dass ich mich mit ihm traf, wir auch zusammen waren und mit einem mal war er weg. Ich bin in diesen Träumen immer wieder durch mir fremde Straßen geirrt und habe ihn gesucht. Um dann irgendwann schreiend aufzuwachen. Schlief ich ein, kam derselbe Traum wieder. Das Spiel begann von vorn.

Am nächsten Morgen war mir klar, dass ich ihn nicht mehr sehen würde. Im letzten Hoffnungsschimmer schrieb ich ihm nochmal, um ihn zu fragen, ob es bei dem Treffen auch bleibt. Seine Antwort kam erst kurz vor dem vereinbarten Termin. Meine Tasche hatte ich schon mit den Briefen an ihn und einem Foto, das er sich von mir wünschte, gepackt.

Er schrieb:
“.. ich fühl mich so scheiße, weil ich gerne mehr von dir erfahren würde, aber nicht kann.. F. vergiss mich einfach, ich bin viel zu kaputt.. ich würde dir dein Leben nur unnötig schwer machen.. ich bin wieder abgestürzt.. Rückfall.. [...] ich könnte dir nicht das bieten, was du brauchst und verdienst.. denn ich bin einfach zu gestört und labil, auch wenn ich mir das sehr wünsche.. ich melde mich wieder, wenn ich wieder richtig gesund bin (falls ich das je werde) wenn nicht wünsche ich dir alles erdenklich Gute auf deinen Wegen.. pass gut auf deinen Zwerg auf.. zeig ihm die Welt mit Liebe, so dass er nicht solch einen Weg wählt, wie ich.. bye!”

Als ich diese Zeilen las überkam es mich. Mir schossen die Tränen in die Augen und meine Verzweiflung die noch von der Nacht in mir wühlte brach endgültig aus mir raus. Ich konnte und wollte das nicht wahr haben. Schrieb ihm, dass er nicht aufgeben soll. Ich fest davon überzeugt bin, dass wir uns nicht umsonst getroffen haben. Wir uns aber so nicht finden können. Gibt er sich auf, gibt er auch uns auf. Das konnte und wollte ich nicht zu lassen. Dieser Schmerz war unbeschreiblich! Wie gelähmt habe ich mich gefühlt und saß weinend vor dem Brief für ihn und es fiel mir schwer zu glauben, was da gerade mit mir geschah.

An jenem Tag wollten eine Freundin und ich noch einen Bekannten im Krankenhaus besuchen. Nachdem ich mich beruhigt hatte, sind wir auch los. Ich weiß leider nicht mehr, wie ich in die Klinik gekommen bin, geschweige denn, wie zurück. Ich weiß nur noch, dass ich dort auf der Terrasse saß und ihm wie von allein nochmal eine SMS schrieb. Ihm versuchte zu zu reden. Zu verstehen zu geben, dass ich einfach das Gefühl habe, ihn nie allein lassen zu können. Eine Trennung mir Schmerzen verursacht, die ich nicht beschreiben kann und es sich einfach nicht richtig anfühlt.

Als daheim hinter mir die Tür ins Schloss fiel, brach ich endgültig zusammen. Dieser Schmerz war für mich beinah unerträglich. Alles in mir schrie. Wie ein Löwe im Käfig lief ich von Zimmer zu Zimmer um mich irgendwie zu beruhigen. Es half nichts. Der Schmerz war eben so da, wie damals dieses klare, zweifelsfreie Gefühl der Zuneigung. Eben so klar und ohne jeden Zweifel. Einfach da. Glücklicherweise war mein Kind bei einer seiner Omas.

Noch in Tränen aufgelöst hört ich mein Handy piepen. Ich wusste er würde es sein. Was ich allerdings nicht wusste, war, dass er die SMS von mir, die ich von der Klinikterrasse aus geschickt habe da noch nicht gelesen hatte:

“.. wie kann das sein.. warum tut mein Herz so weh, obwohl ich dich nicht kenne und fast gar nichts von dir weiß.. wie als ob ich einen Seelenverwandten verloren hätte.. ich versteh das nicht.. ich glaube an Seelenverwandtschaft.. und wenn es so ist, dann finden wir uns wieder, zu einem besseren Zeitpunkt. Auch wenn ich dich nicht kenne, und es komisch klingt: ich hab dich lieb.. vergiss mich nicht, ich werd dich nicht vergessen! Meld mich, wenn es mir besser geht!”

Gleich darauf schrieb er mir, dass er meine Nachricht erst gelesen hatte, nachdem er das getippt hatte. Es war sinngemäß fast das Selbe. Er war dann davon überzeugt, dass wir uns nicht aus Zufall begegnet sind.

Durch diese, seine Zeilen, reifte der Gedanke einer Seelenverwandtschaft erstmals in meinem Kopf. Auch wenn ich mir nicht wirklich etwas darunter vorstellen konnte.

An jenem Abend schrieb ich ihm noch etliche Seiten von Briefen. Er hat es möglich gemacht, dass ich ihm über seine Mutter schreiben kann. Sie leitet die Briefe an ihn weiter. Seit 3 Tagen ist er nun wieder in der Klinik. Die Kontaktsperre zieht wieder und ich werde eine ganze Weile nichts mehr von ihm hören. Dennoch fühle ich mich nicht allein. Die emotionale Erfahrung, die ich soeben mache ist einfach umwerfend. So geschieht es mir, dass mich plötzlich mitten im Stadtgetümmel beim Einkauf eine Traurigkeit überkommt, die mir sofort Tränen in die Augen schießen lässt. Ich kann nichts dagegen tun, es ist einfach so. In einem meiner Briefe an ihn, hatte ich ihm geschrieben, dass ich das Gefühl habe, mit ihm zu weinen und zu lachen. Es gibt Situationen, in denen es mich wie ein Schlag durchfährt und ich innehalten muss in dem was ich gerade tu. Sei es auf Arbeit, daheim oder unter Freunden. Ohne dass ich auf ihn konzentriert bin, sondern mitten in der Beschäftigung. Ich seh dann sofort ihn. In den verschiedensten / alltäglichen Situationen, von denen ich nicht weiß, ob er sie so durchlebt, oder ob das nur meine Hirngespinste sind. Weiß ich doch noch nicht mal wo er ist. Ich sehe Farben, die ihn umgeben, die ich nicht einordnen kann. Häufig ein grün bis mintgrün, und hellblau. Ich versteh das einfach nicht. Haben diese Farben überhaupt eine Bedeutung?

Auch ist es so, dass ich immer das Gefühl habe, er wär bei mir. In mir. Als könnte ich ihn greifen.

Für mich selber ist diese intensive Art der Zuneigung sehr neu und es fällt mir schwer damit umzugehen. Zumal es nicht kontrollierbar scheint und gerade diese Gefühlsschwünge willkürlich zu kommen scheinen. Auch dass es sich um einen Menschen handelt, den ich weder kenne noch in meinem Leben je zugelassen hätte. Ich kann mich nicht wehren, so sehr mir Freunde auch dazu raten, den Kontakt abzubrechen und ihn weg zu schicken. Ich weiß irgendwie, dass genau das nicht geht. Er ist nun da und wird es bleiben. Ich liebe ihn, auf eine Art, wie sie mir fremd ist, aber die keine Fragen oder gar Zweifel zulässt. Sowas habe ich noch nie erlebt. Es kommt maximal noch an das Gefühl heran, welches ich bei meinem Sohn empfinde. Nur das ist nicht so schmerzhaft. Dieser Kopf – Bauch – Krieg macht mir enorm zu schaffen. Ich habe ein Kind, für das ich verantwortlich bin. Und er ist ein “Junkie”. Wo soll das nur hinführen? Ich habe Angst!

Aufgrund seiner Anmerkung mit der Seelenverwandtschaft, habe ich im Internet nach Definitionen gesucht. Konnte ich mir darunter nicht wirklich was vorstellen. Dabei bin ich dann auf Ihre Seite gestoßen und Ihre Ausführungen über Seelenpartner trafen mich wie ein Schlag ins Gesicht. Sie haben im Grunde genau beschrieben was ich empfinde und fühle. Sie haben dieser Sache endlich einen Namen gegeben. Dafür möchte ich mich bedanken.

Mein Anliegen ist nun, dass ich sie fragen möchte, wie man am besten selber damit umgeht. Ich weiß momentan nicht, wo mir der Kopf steht und fühle mich von meinen eigenen Emotionen hin- und her gewirbelt. Ich werde es zulassen müssen, wenn das was sie geschrieben haben, auf uns zutrifft. Nur wie am besten?? Ohne selber daran zu zerbrechen?? Ich habe solch entsetzliche Angst!

Email 2:

Hallo Frau Wagner!

Letztes Wochenende haben wir uns das erste Mal seit dem Tag in der Straßenbahn wiedergesehen. Emotional einfach unbeschreiblich. Auf beiden Seiten. Wir hatten tatsächlich das Glück, sehr offen über das, was mit und in uns passiert, reden zu können. Nächtelang haben wir bis zur Morgendämmerung gesessen und geredet. An Schlafen war in keinster Weise zu denken, hatten wir uns doch so unendlich viel zu erzählen. Von Hemmungen oder Startschwierigkeiten keine Spur. Wie zwei alte Freunde, die sich seit Jahren nicht gesehen haben. Keine Missverständnisse, keine Zweifel. Ich weiß heute, dass ich ihn schon lange kennen muss. Woher sonst soll das Wissen kommen, das ich um ihn habe? Ein Blick und ich weiß, was ihn bewegt. Die Zeit mit ihm war so unbeschreiblich schön. So frei, so voller Gefühl und Vertrauen. Vom ersten Moment an. Tränen auf beiden Seiten. Die Trennung ein kleines Drama.

Mir ist durchaus bewusst, dass der Fall aus solch hohen Höhen sehr lang, tief und vor allem schmerzvoll sein kann. Aber ich habe keine Angst mehr. Gemeinsam machen wir uns irgendwie stark. Er sagte mir sofort, dass er seine Therapie abgebrochen hatte. Anfangs war ich geschockt, da es für uns auf dieser Welt, ohne erfolgreiche Therapie, keinen gemeinsamen Weg geben wird. Und doch haben wir schließlich gemeinsam angefangen seinen riesen Klamottenberg von Problemen zu sortieren. Erste Schritte vorgenommen und auch erfolgreich durchgeführt. Der erste, und sicher auch schwerste, Schritt für ihn war es, seiner Familie von dem Abbruch und Absturz des vorangegangenen Wochenendes zu erzählen. Dennoch war es notwendig, für ihn zur Reinigung und für seine Familie, weil Unwissenheit nur quält. Somit ist er heute zu seiner Mutter gefahren und hat ihr in einem persönlichen Gespräch seine Situation erklärt. Auch hat er sich bei seiner ambulanten Psychiaterin gemeldet, die ihm nun gleich einen Termin für morgen gegeben hat, mit der Aussicht auf wohl wieder eine stationäre Behandlung. Entgiftung, mit anschließender Therapie. Er hat Glück, großes Glück und ich denke, er weiß es auch zu schätzen. Manchmal denke ich, dass es wirklich wichtig war, dass wir uns getroffen haben. Wir lernen beide voneinander. Er sieht an und in mir einen Menschen, der so anders ist, aber sich mit dem deckt, was er sich erträumt. Ich selber erfahre von ihm viel über eine Szene, die mir mehr als fremd ist. Vor allem in Hinblick auf die kommende Jugend meines Kindes, denke ich, dass es mir vielleicht helfen kann meinen Sohn dann besser über solche Dinge aufklären zu können. Ab und an drängt sich mir der Gedanke auf, dass wir uns in keiner anderen Situation hätten kennenlernen können. Als wären wir verabredet gewesen..

Selbstverständlich können Sie meine Geschichte veröffentlichen, wenn sie das möchten. Ich danke Ihnen wirklich sehr für Ihr Gehör und nicht zuletzt auch dafür, dass sie mit Ihrer Seite dem, was ich / wir empfinden einen Namen gegeben haben.

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8 Antworten

  1. Lara
    Lara
    7. Juni 2012 at 20:57 | | Antworten

    Meine e-Mail-Adresse war unvollständig. Das ist die richtige.
    Außerdem wußte ich nicht, ob ich meinen richtigen Namen angeben soll.

  2. Anonym
    Anonym
    1. Oktober 2012 at 17:48 | | Antworten

    Grenzenlos stimme allen Kommentaren/in zu nur wer einmal seinen Seelenpartner/in “Erfahren” habe,versteht ,was Seelenverwandschaft ganz gleich ob Frau/Mann überhaupt im Leben bedeuten kann.Geglaubte”Ankunft” führt immer wieder zu einer Trennung Seelenpartner/in sind nie DER Hafen einer harmonischen Ehe.Sie stehen über den Dingen da sie Eins im Universium werden können.

  3. nomo
    nomo
    26. November 2012 at 18:13 | | Antworten

    Wunderschöne Geschichten. Habe vor 5 Jahren auch ein solches Erlebnis gehabt. Völlig ungeplante Begegnung in eigentlich unmöglicher Begebenheit. Habe sicherlich 4 Jahre eine Karthasis durchlaufen. Es ist tatsächlich eine andere Dimension, die in einer solchen Begegnung geöffnet wird. Denken und Fühlen sind symbiotisch wenn auch über tausende von Kilometern. Es geht sehr sehr tief u. Ja und man findet zu sich, zum wahren eigenen Kern des Seins. Am Ende, nach langer Zeit des Leidens kann man liebevoll loslassen und es bleibt tiefer Frieden und Wärme zurück….Dankbarkeit ihn/sie einmal getroffen haben zu dürfen.

    LG

  4. Sparta
    Sparta
    8. Dezember 2012 at 01:42 | | Antworten

    Hallo,

    ich habe die Geschichten hier gerade gelesen, verschlungen, teils überflogen. Ich bin erst seit April dieses Jahr von meinem Seelenpartner getrennt. Alles beschriebene in den vorherigen Nachrichten trifft absolut auch auf mich zu. Wir sind uns durch Zufall begegnet, ich hatte nicht mit einem Haar damit gerechnet, dass mir sowas widerfahren wird. Ich liebe ihn. Unendlich. Absolut. Es tut weh, furchtbar weh. So einen Schmerz kannte ich vorher noch nicht. Alles vorherige an Verliebtsein ist im Vergleich zu dieser Liebe nichts. Er hat sich auch getrennt, nach einem halben Jahr. Er meinte, er muss frei sein, sich auf sich konzentrieren, will jetzt mit niemanden zusammen sein, aber er kann sich gleichzeitig auch niemanden besser vorstellen als mich und ich bedeute ihm sehr viel. Er hat es über das Telefon beendet. Weil uns 600 km trennen. Ich habe schon so viel darüber nachgedacht, geglaubt, ich sei verrückt. Aber gleichzeitig auch gewusst, ich bin es nicht. Ich bin aus unerklärlichen Gründen – bzw. nun weiß ich sicher, dass ich richtig liege – so fest davon überzeugt, dass es er ist und es diese Verbindung nur einmal gibt. Unabhängig von den Ausführungen hier habe ich mir auch schon klar gemacht bzw. weiß ich, dass ich ihn immer so lieben werde und es nicht abstellen kann. Das habe ich ihm aber nicht gesagt. Ich hatte ihn vor ein paar Monaten angeschrieben, recht locker, weil ich gerade in seiner Nähe wohne. Er hat eine sehr lange Nachricht zurückgeschrieben und den weiteren Kontakt verweigert. Und er hat eine neue Freundin. Sie ist mein Typ. Ich glaube sehr, so wie es oben auch schon mal geschrieben wurde, dass er ihr gegenüber nicht diese Gefühle hat und es leichter für ihn ist, weil sie “besser” zum ihm passt und er mit dem, was ihm mit mir widerfahren ist, nicht umgehen kann. Ich weiß, dass ich auch durch ihn viel gelernt habe und alles eine Bedeutung hat und die einzige Chance, ihm wieder zu begegnen darin besteht, dass ich meinen Weg finde in diesem Leben. Und er genauso. Und doch beschleicht mich das Gefühl, dass wir in diesem Leben nicht noch wieder zusammen sein können. Das macht mich unendlich traurig. Und ich verstehe es nur halb. Sicher, ich hätte, wenn wir zusammen geblieben wären, mein Leben aufgegeben. Mich zu sehr auf ihn konzentriert. Deswegen macht alles wie es jetzt ist, schon Sinn. Aber das was fehlt, ich weiß nicht, ob ich das bis ans Ende meines jetzigen Lebens hier entbehren kann. Es wirft mich immer wieder um. Sicher, nach Jahren wird es weniger werden. Aber ich möchte, kann und will einfach nicht meine Liebe, diese Liebe, jemanden anderen schenken. Es zerreißt mir innerlich das Herz, wenn ich mich auf jemanden anderen einlassen sollte. Ich kann einfach nicht. Und ich bin noch so jung. Anfang 20. Alles seit dem erscheint relativ, seit der Trennung. Bzw. seit der Begegnung. Ich bin in eine andere Welt eingetaucht. Habe nach der Trennung versucht, wieder rauszukommen. In die oberflächliche Welt. Kann mich schon an allen anderen Dingen des Lebens erfreuen, aber nur halb, bei weitem nicht so vollkommen. Er fehlt unheimlich. Alles. Am meisten, wie er meine Hand nimmt. Als er sie das erste mal genommen hat, ist für mich die Welt stehen geblieben. Dieses Gefühl war unbeschreiblich. Ich habe nie offen mit ihm darüber geredet und bin erst jetzt, nach langem Überlegen, warum ich so stark fühle auf diese Seite und Seelenverwandtschaft gekommen. Das bestätigt mir, dass ich richtig liege. Das tut gut. Aber es lässt mich auch verzweifeln. Ich lese hier nur von tragischen Geschichten, in denen die Partner nicht wieder zusammen finden. Warum ist das so? Ich weiß, der nächste Schritt ist, meinen eigenen Weg zu finden, ganz zu mir selbst. Doch dann? Kann ich jemals wieder so vollendet glücklich sein? Es gibt diese Momente, wo ich mit mir eins bin. Aber trotzdem. Es ist nur ein Schwebezustand. Er hält nicht. Weil er fehlt. Und ich weiß, dass man sich nicht danach sehnen darf, dass diese eine Person wieder zu einem zurück findet. Ist damit aber nun die Seele dieser Person oder die Person an sich gemeint? Natürlich lasse ich los – und gleichzeitig auch nicht, denn ich kann diesen innersten Wunsch nicht untergraben, wieder mit diesem Menschen und Seele verbunden zu sein. Hier im jetzigen Leben. Was ist die Antwort? Meinen eigenen Weg werde ich finden. Ich bin dabei. Und danach?

  5. Silvia
    Silvia
    11. Februar 2013 at 20:25 | | Antworten

    Ich danke euch! – und ich erspare mir noch etwas hinzuzufügen – ich hab es g e n a u s o erlebt wie hier beschrieben … Himmel und Hölle / unbeschreibbares Glück und unsäglicher Schmerz. Dieser Mensch wird immer in meinem Herzen sein – und ich frag mich: ob je ein anderer noch Platz haben kann in mir.

    Danke
    Silvia

  6. steffi
    steffi
    17. Februar 2013 at 02:16 | | Antworten

    Es ist ein unendliches ereignis…man lernt viel über sich selbst …man leidet und teilt freude zugleich…es gibt sachen die spielen sich außerhalb unserer realen welt..bzw. was ist real? Geistige welt?

  7. Lutz
    Lutz
    7. April 2013 at 23:13 | | Antworten

    Ich bin verblüfft, mich hier sozusagen “wiederzulesen”. Muss das verdauen und setze demnächst meine Erfahrungen ins Forum. Aber erstmal herzlichen Dank an Euch und die Macher der Seite hier…Lutz 52 Jahre

  8. Lutz
    Lutz
    9. April 2013 at 12:26 | | Antworten

    Ich habe meine männliche Schwesternseele vor fast 3 Jahren kennengelernt.
    Wir haben uns nur zweimal gesehen. Beim letzten Mal wusste ich es hundertprozentig.
    Wie die Franzosen sagen, ich bin in « Phase » gegangen. Das heisst, ich habe mich regelrecht “verbunden”.
    Der Witz bei der Sache ist – wir sind über 2000 km getrennt. Haben nur Mailkontakt. Zweimal habe ich ihn angerufen, als ich total unten war. Die Gepräche waren eine Katastrophe, ich habe kein vernünftiges Wort rausgebracht.
    Was ich verwunderlich finde oder fand – ich konnte fühlen, wann es ihm dreckig ging oder er an mich dachte. Dann hatte ich das Gefühl, mir ziehe jemand den Teppich unter den Füssen weg. Habe auch alles nachgeprüft…
    Es war dann schon so extrem, dass ich vorher wusste, wann eine Mail ankommt. Ich arbeite in einem Riad in Marokko, und wenn ich manchmal auf der Terrasse war, um Wäsche aufzuhängen, dann musste ich die Arbeit unterbrechen, runtergehen, weil ich wusste, es kommt eine Mail gerade rein. Einmal wurde ich um 06 uhr 2 munter, wie von einem Hammer geschlagen, ran an den PC, hochgefahren – die Mail kam 06 Uhr 8 an.
    Hinzukommt, dass ich zu den sogenannten Hypersensiblen (HSP) gehöre, alles besser höre, fühle, rieche und voraussehe als andere usw. Man nimmt Signale einfach stärker wahr. Eine Sekunde reicht mir, und ich weiss, was der andere mir gegenüber von mir denkt – immer nicht gerade angenehm….
    Und dann kommen die « sogenannten » Zufälle, an die dann doch keiner mehr glaubt…
    Ich sehe am Abend auf Youtube Mozart’s « Zauberflöte » mit der Salzburger Truppe, er kaufte sich gerade die Karten für die gleiche Gruppe für Paris ; ich nenne ihn zum Spass in einer Mail am Abend, da hatte er mir einen guten beruflichen Tipp gegeben, « Alter Mann », prompt nächsten Tag kommt eine Mail aus Wien, wo er in einer Sonderausstellung über das Bild « Alter Mann » von Klimt fällt. Ich könnte noch zig solcher « Vorfälle » nennen, ich glaube an keinen Zufall mehr. Letztes Beispiel : Wir haben beide am 05. Geburtstag. Die Summe des Tages und meines Monates (ich will diskret bleiben, danke) ergibt seinen Monat. Die drei Ziffern in der genannten Reihenfolge ergeben seine Postleitzahl in Frankreich, die Summe der Ziffern seiner Telefonnummer ergibt mein Geburtsdatum, sein Alter dieses Jahr ergibt mein Geburtsdatum. Seine Strasse ins Deutsche übersetzt heisst wie die, welche viele Jahre eine grosse Rolle für meine Familie spielte.
    Sein Vorname im Deutschen kommt in meiner Familie oft vor, meine bester Freund, seit 12 Jahren verstorben, hiess auch so, der beste Freund meines Vaters im Krieg, auch ein Franzose, hiess auch so usw usw usw.
    Er weiss alles von mir, ich nur das Minimum; er schützt sich. Was ich verstehe! Aber es tut weh.
    Er hat Angst vor mir, weil ich eben viele Dinge antizipieren kann.
    Oft habe ich versucht, den Stecker zu ziehen. Vier oder fünf Mal. Jedes Mal ging es wieder los.
    Ich hoffe nur für mich, dass meine « biologische Selbstschutzanlage » endlich anspringt…weil ich das Gefühl habe, es geht einfach nicht mehr. Ich habe schon zweimal alles verloren im Leben, wirklich alles. Das dritte Mal wird wohl endgültig.

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