Seelenverwandt oder Borderline und andere Irrtümer

Ich habe die ganze Welt auf der Suche nach Gott durchwandert und ich habe ihn nirgendwo gefunden.
Als ich wieder nach Hause kam, sah ich ihn an der Tür meines Herzens stehen,
und er sprach:
„Hier warte ich auf Dich seit Ewigkeiten“.
Da bin ich mit ihm ins Haus gegangen.
Rumi

In letzter Zeit häufen sich Seelenbegegnungen. Leider mehren sich aber auch die irrtümlich als Seelenverwandtschaft eingestuften Begegnungen. Mag sein, es ist „in“ eine Seelenbegegnung zu haben oder es ist Wunschdenken, man ersehnt sich den besonderen Partner und in dieser Erwartungshaltung übersieht man so manches was eigentlich stutzig machen sollte.

Betonen möchte ich aber, dass auch unechte Seelenbegegnungen sehr belastend und schmerzhaft verlaufen können. In jedem Fall handelt es sich um intensive zwischenmenschliche Kontakte.

Die Informationen auf dieser Seite richten sich an diejenigen Leser,

  • die einen (scheinbar?, erhofften?, ersehnten?) seelenverwandten Menschen getroffen haben und nach einer beinahe unvorstellbaren Phase des Glücks nun vor einem Trümmerhaufen stehen und keinerlei Erklärung für das nicht zu verstehende Verhalten des anderen haben
  • die auch nach vielen Jahren ohne jeden Kontakt diese eine Person lieben und die Antworten auf die quälende Frage nach dem „warum“ suchen bzw. nie erhalten haben
  • die Gründe für das Scheitern dieser Begegnung bei sich selbst suchen, auch wenn sie sich keinerlei Schuldverhaltens bewusst sind
  • die nicht verstehen können, warum diese eine Person und deren Verhalten solchen Schmerz auslösen hat können

Weitere Irrtümer bezüglich Seelenverwandtschaft

Weitere Irrtümer bezüglich Seelenverwandtschaft passieren, wenn man auf einen symbiotisch gebundenen Menschen trifft (Symptomatik wie bei Borderline) oder das Pech hat, einen Soziopathen oder Narzissten zu treffen. In diesen genannten Fällen ist man in Kontakt mit einem Energievampir gekommen. Es gibt auch noch verschiedene andere irrtümliche Seelenbegegnungen, die ihren Ursprung in früheren Leben haben.

Borderline? oder Seelenverwandtschaft?

Die Informationen zum Thema Borderline habe ich der Webseite www.borderlinezone.org entnommen. Die Webseite ist umfassend und lässt keine Facette des Persönlichkeitsbildes Borderline aus. Ich gebe die dort gefundenen Informationen hier in allerkürzester Form und mit meinen eigenen Worten wieder. Ich beschränke mich, so weit dies möglich ist, auf die Auswirkungen dieser Persönlichkeitsstörung auf den zwischenmenschlichen Kontakt. Wer sich umfassend informieren möchte, dem empfehle ich, die erwähnte Webseite zu durchforsten. Ein Dank gilt an die Betreiber dieser Webseite, die sicher vielen Menschen damit geholfen haben.
(Ein persönliches P.S.: das Forum von www.borderlinezone.org kann ich nicht empfehlen, zu diktatorisch geführt und zu wenig Einfühlungsvermögen der Verantwortlichen).

Die Webseite eines Betroffenen zum Thema „Borderline“, die ich persönlich einerseits als neutral, aber auch als authentisch und ehrlich empfinde, ist grenzwandler.org.
Die Seite ist gut und übersichtlich zu den einzelnen Themen (was ist Borderline / Borderline – Abwehrmechanismen / Borderline – Beziehung / Borderline Therapie) aufgebaut. Empfehlens- und lesenswert!

Eine weitere, ausführliche Webseite, die aber „sanfter“ mit den Thema Borderline / Borderline und Beziehungen umgeht, findet sich hier.

Fachinformation zu diesem, in letzter Zeit immer aktueller werdenden Thema, gibt es auf der Webseite www.psychosoziale-gesundheit.net von Prof. Dr. med. Volker Faust (Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie).

Ein weiterer, sehr guter Text mit umfassender Information zum Thema Borderline findet sich auf http://soziologist.blogspot.com/2011/01/borderline.html

Eine Webseite,  die ich erst kürzlich gefunden habe, beschäftigt sich sehr mit den energetischen Verknüpfungen in einer Begegnung mit, wie sie dort genannt werden, BEWUSSTLOSEN. Die Seite ist sehr gut geschrieben, leider muss man sich durchsuchen um alle Themen zu finden, aber es lohnt.

Liebe

Wir alle sind auf der Suche nach Liebe, vielleicht sogar nach DER Liebe.  Viele von uns suchen in einer Beziehung tiefe Vertrautheit, Nähe, Intimität des Geistes und der Seele, wir wünschen uns „angekommen zu sein“, suchen den idealen Partner, die Einheit.

Die Sehnsucht nach einer friedvollen Welt, nach einem Zusammenleben zum höchsten Wohle aller, das Streben nach einem hilfreichen Miteinander, das für einander da sein, das kennen im besonderen Menschen die hochsensitiv sind und die dadurch auch oft die Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Situationen sind. Die Hochsensibilität verstärkt auch generell die Wahrnehmungen und die Reaktion auf Reize. (Andere Bezeichnungen sind: hypersensibel / Hochsensibilität / Hochsensitivität / Hypersensibilität oder Überempfindlichkeit =  HSP).

Diese Sehnsucht nach Liebe, nach Frieden ist auch das, was Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeit antreibt. Auch sie sehnen sich danach DIE Liebe zu finden, DEN Menschen, der alles für sie ist, sie sehnen sich danach „angekommen zu sein“, ihre Suche einstellen zu können. Sie sind sehr empfindsam und wenn sie lieben, dann lieben sie tief und abgründig. Allerdings ist ihr Haß und ihre Wut desgleichen tief und abgründig.

Mag sein – dieses Thema ist nicht erforscht, aber es werden Zusammenhänge vermutet – dass HSP und Borderlinepersönlichkeiten sich vermehrt „finden“.

Warum Berührungspunkte?

Warum gibt es diese Berührungspunkte zwischen dem Gefühl einen Seelenverwandten getroffen zu haben und einer Borderline-Persönlichkeit? Die Antwort darauf fand ich auf der oben erwähnten Webseite. Jeder Mensch trägt in sich sein Urbild, hat ein inneres Bild von sich selbst. Dieses Urbild fehlt bei einer Borderline-Persönlichkeit oder ist nur in Fragmenten vorhanden. Diese Menschen erfüllen nun für andere alles was für eine Projektion der unbewussten Wünsche notwendig ist. Sie sind ein unbeschriebenes Blatt, eine weiße Leinwand und können blitzschnell  alles für einen anderen Menschen sein.

Mit anderen Worten: es gibt Menschen, die haben kein komplettes ICH, sondern nur Ich-Fragmente. Diese Menschen bieten anderen die perfekte Projektionsfläche für das eigene Ich und seine Vorstellungen an = das ergibt den Eindruck von seelenverwandt, man sieht sich selbst im Du. Borderlinepersönlichkeiten identifizieren sich vollkommen mit dem anderen Menschen, natürlich nur solange die Phase der Symbiose andauert.

Diese Projektion einerseits bzw. die total Identifizierung andererseits sowie auch das nahtlose Andocken der Borderline-Persönlichkeit an die geliebte Person ist der Grund, warum man das Gefühl bekommt, diesen anderen Menschen  seit Ewigkeiten zu kennen, daraus entspringt das Gefühl von tiefer Vertrautheit. In der Spaltung / Trennung allerdings erlebt man tiefste Verzweiflung und das Empfinden als ob ein Teil der eigenen Persönlichkeit, ein Teil der eigenen Seele stirbt.

Borderline in Beziehungen

Eine Borderlinepersönlichkeit hat keine klare Unterscheidung zum „Du“, er unterliegt einer Täuschung und übernimmt sein Gegenüber in sich selbst, er wird zum „Du“. In dieser Phase wird die totale Symbiose erlebt und gelebt. Am Beginn bietet so eine Begegnung unglaubliche Höhepunkte und tiefe Berührungen, mitunter mit starker Leidenschaft. Doch eine Begegnung mit einer Borderline-Persönlichkeit ist eine Kurzzeit-Begegnung, hat ein Ablaufdatum und endet meist im Chaos und im Leid. Es kommt zur Spaltung.

Die Borderline-Persönlichkeit fühlt sich sehr bald eingeengt und kontrolliert und dann kommt die Angst vor dem „verschlungen werden“ schlagartig zum Tragen. Es kann sein, es kommt eine liebevolle SMS und wenn man zurückruft, reagiert die Borderline-Persönlichkeit Minuten später eiskalt und mit brutalen Worten.

Die Ängste einer Borderline-Persönlichkeit sind:

  • die Angst vor dem Verschlungen werden, obwohl er die Symbiose sucht,
  • die Angst vor dem Verlassenwerden, obwohl er immer wieder Distanz herstellt,
  • und die Angst vor seiner eigenen inneren Leere.

Diese Ängste führen zu inneren Anspannungen und zu Aggression, gerichtet auf die Person, die so sehr geliebt wird.

Als absolutes Kennzeichen einer Begegnung mit einer Borderline-Persönlichkeit ist die Instabilität der Emotionen. Was jetzt in diesem Moment von einer Borderline-Persönlichkeit gefühlt und ausgedrückt wird, hat keine Dauerhaftigkeit, darauf ist kein Verlass. Stunden später, morgen – ist möglicherweise alles anders. Die geliebte Person wird abgewertet, der Kontakt abgebrochen. Die verlassene Person weiß meist überhaupt nicht, warum. Sie hat keine Erklärung. Sie weiß nicht, was sie selbst falsch gemacht haben könnte.

Und in der Regel muss man auch damit zu leben versuchen. Denn eine Borderline-Persönlichkeit hat eine verzerrte Realitätswahrnehmung, erlebt ausschließlich die eigene Wahrheit, da das  Gegenüber nicht ganzheitlich wahrgenommen werden kann. Versuche, eine Situation zu besprechen, zu reflektieren, zu klären, sind somit zum Scheitern verurteilt. Letzten Endes ist immer alles falsch was man noch glaubt versuchen zu müssen um die Beziehung zu retten.

Die Mechanismen

Vorausgeschickt muss gesagt werden, dass es die unterschiedlichsten Borderline-Persönlichkeiten gibt. Diese unterscheiden sich in ihren Reaktionen und ihren Bedürfnissen an zwischenmenschliche Kontakte. Auch gibt es unterschiedlich stark ausgesprägte Verhaltensweisen, sehr oft kombiniert mit Störungen aus anderen Bereichen.

Für alle aber gilt:

  • schwarz – weiß Denken
  • wenig Impulskontrolle
  • emotionale Instabilität
  • Verlangen nach sofortiger Bedürfnisbefriedigung
  • wenig Empathie (außer in der Phase der Symbiose)

Suchtverhalten?

Wie in Geschichten von Seelenbegegnungen immer wieder zu lesen ist, ist, dass Betroffene von Suchtverhalten sprechen. Sie sind süchtig nach Kontakt, nach einem lieben Wort, einer kleinen SMS, irgendeinem Lebenszeichen. Dieses Suchtverhalten wird auf der Webseite www.borderlinezone.org sehr gut beschrieben.

Besonders in der symbiotischen Phase einer Borderline-Beziehung in der wir uns mit dem anderen als EINS fühlen, werden verstärkt glücklich machende Hormone ausgeschüttet (Dopamin, Serotonin, Noradrenalin etc.). Diese docken im Belohnungssystem des Gehirns an. Wenn es zur Spaltung und Trennung kommt, dann fallen die Glückshormone aus und werden ersetzt durch Stress verursachende Hormone (Adrenalin, Cortisol). Wir stürzen ins Bodenlose und der Körper verlangt sofort wieder nach einer Dosis Glückshormone, die, wie wir gelernt haben, uns diese eine Person geben kann. Damit ist der Teufelskreis aus Sucht und Abhängigkeit gegeben. Die Borderline-Persönlichkeit hat nun Macht über uns erlangt, sie dosiert unser Glück und unsere Verzweiflung, sie bestimmt die Länge der symbiotischen und der Abspaltungsphasen.

Symptome in der Trennungsphase können sein: Schlafstörungen, fehlender Appetit, Erbrechen und Durchfall, Depressionen, Konzentrationsstörungen, Verspannungen, Kopfschmerzen, Gereiztheit, erhöhte Infektanfälligkeit (durch gestresstes Immunsystem), Suizidgedanken  u.v.a.m.

Da eine Borderline-Persönlichkeit nur zwei Extreme kennt (nämlich gut / Symbiose / Erhöhung – und auf der anderen Seite – böse / Abspaltung / Trennung), gibt es auch für den Partner nur die Möglichkeit, sich möglichst schnell von der Borderline-Persönlichkeit zu distanzieren, zu gehen – oder aber – zu wissen, dass niemals eine ganz normale zwischenmenschliche Begegnung mit allen kleineren und größeren Unebenheiten, mit allen Graustufen und allen Facetten gelebt werden kann. Das Leben und die Begegnung mit einer Borderline-Persönlichkeit ist und wird immer eine Gratwanderung zwischen Liebe und Hass,  zwischen Idealisierung und brutaler Abwertung, zwischen Himmel und Hölle sein.

Aktiver Schritt

Zitat aus dem Buch „Zerrissen zwischen Extremen“ – Leben mit einer Borderline-Störung – Hilfe für Betroffene und Angehörige von Dr. Jerold J. Kreisman / Hal Straus, erschienen bei Goldmann:

„Ziehen Sie feste Grenzen.
Da Borderline-Kranke kein stabiles Identitätsgefühl haben, verschmelzen sie leicht mit anderen. Deswegen ist es für beide Seiten wichtig, der Verlockung zu widerstehen, „SEELENZWILLINGE“ zu werden, die ein Herz und eine Seele sind und den Rest der Welt ausschließen. Ermutigen Sie den Borderline-Kranken, die eigenen Interessen und Talente zu verfolgen und TUN SIE DAS AUCH!“

Das Buch kann bei Amazon Deutschland bestellt werden.

Wer sich wissenschaftlich fundiert mit der Thematik Borderline-Störung auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich das Buch von Otto F. Kernberg „Borderline-Störungen und pathologischer Narzissmus“ (Amazon Deutschland), erschienen als suhrkamp taschenbuch wissenschaft.

Erkenntnis

Die Erkenntnis, die wir ziehen sollten, kann nur sein: wie auch immer so eine Begegnung abläuft

Lasst uns Verständnis und  Mitgefühl mit jedem Menschen haben, der durch die Last seiner frühkindlichen Traumen schwer durchs Leben kommt.
Aber auch mit jedem, der durch einen traumatisierten Menschen selbst seine Traumen erlebt.

NIEMAND HAT SCHULD

25 Antworten

  1. ohne Name
    ohne Name
    21. Mai 2016 at 06:39 | | Antworten

    Hallo :-),
    ..möcht hier mal beschreiben warum die Trennung vom Partner mit Borderline ein so großes Wachstumspotenzial enthält und warum man dann am Anfang einer oft jahrelangen Reise zurück zu sich selbst steht !!!

    Hierzu mein Reisebericht zurück zum Selbst ;-)..
    (eigene Erfahrung)

    ..die Beziehung zu einem Borderliner ist keine Liebe sondern eine Symbiose. Wir können nur in Symbiose gehen wenn wir uns noch nicht zu 100% selbst aus der Symbiose zu unserer eigenen Mutter gelösst haben. Wäre diese Loslösung schon zu 100% geschehen würden wir niemals mit einem Borderliner in Beziehung gehen. Wir wären sozusagen nicht mehr „atraktiv“ für diesen.

    Durch das aufrechterhalten der Symbiose und die nicht gelungene Loslösung zu unserer eigenen Mutter entwickelt sich bei uns ein falsches Ich (Ego). Nun gehen wir in Beziehung (Symbiose) mit einem Borderliner. Die Symbiose wird von unserer eigenen Mutter auf den Partner übertragen. Wie wir nu wissen hat der Borderliner kein eigenes Ich sondern nur Ich-Fragmente. In der Symbiose übernimmt der Borderliner unser Ich und wie oben beschrieben ist es ja unser falsches Ich (Ego). Wir verlieben uns in dieses falsche Ich (Ego) weil es ist ja eine perfekte Spiegelung von uns. Wir verlieben uns eigentlich, durch die noch nicht zu 100% gelösste Symbiose zu unserer eigenen Mutter, nur in unser eigenes falsches Ich (Ego). Deshalb glauben wir dass diese verliebtheit so unglaublich tief ist.

    Im übrigen hat verlieben immer etwas damit zu tun dass wir nur immer an etwas vorbei gehen. Wir ver-Lieben uns und gehen an die eigentliche wirkliche echte Liebe vorbei. Um wirklich lieben zu können brauchen wir keine Spiegelung von unserem eigenen Ich sondern können den Partner annehmen so wie er nun mal ist ohne ihn zu verbiegen oder anders haben zu wollen.

    Wenn der Borderliner die Symbiose abbricht und schon bei dem neuen Partner in Symbiose ist haben wir nun die Möglichkeit eine „Reise“ von unserem falschen Ich (Ego) hin zu unserem wahren Selbst anzutreten (den Weg der Selbsterkenntnis).
    Es geht nun um die bewusste Loslösung von dem Borderliner. Wenn eine Beziehung zu Ende ist, egal welche und zu was, hat das immer etwas mit Sterben oder einem Tod zu tun.

    Wie oben beschrieben spiegelt der Borderliner, durch die noch nicht zu 100% gelösste Symbiose zu unserer eigenen Mutter, nur unser eigenes falsches Ich (Ego). Wir müssen nun im Außen von dem Borderliner und somit auch von unserem perfekt gespiegeltem falschen Ich (Ego) loslassen. Da ja der Borderliner uns nur unser eigenes falsches Ich (Ego) gespiegelt hat, lassen wir eigentlich letztendlich von unserem eigenen falschen Ich (Ego) los, hin zu unserem wahren Selbst.
    Dass heißt, wenn uns diese bewusste Loslösung gelingt, dann stirbt nicht nur der Borderliner im Außen sondern es sterben auch damit all unsere eigenen inneren falschen Ich (Ego) Anteile und was wir dann erkennen können, wenn dieser Prozess gelingt. ist unser wahres Selbst.

    Dies, der Weg der Selbsterkenntnis, ist einer der härtesten Wege welchen wir gehen können und dieser tut unglaublich weh. Aber wenn dieser Weg gelingt, wir bewusst durch Schmerz,Trauer, Leid und allem was noch dazu gehört gehen, wie bei einer richtigen Geburt, mit starken Geburtsschmerz und den dazugehörigen Geburtswehen, dann werden wir am Ende in eine neue Freiheit hinein geboren.
    Eine Geburt bedeutet immer dass verlassen eines beengten, begrenzten, dunklen (Unbewussten) Raum hinein in einen weiteren, unbegrenzten, helleren (Bewussten) Raum. Im Prinzip ist unser (das) gesammtes Leben eine einzige Geburt und es muß dabei auch immer etwas (das Alte) sterben. Daran erkennen wir Geburt und Tod sind nicht von einander getrennt.

    (Selbstheilung = das Selbst muss wieder Heil (Ganz, Gesund) werden und nicht das Ich (Ego). Das Ich (Ego) ist immer Unheil (Gespalten, Krank) in der Welt.

    Wir können nun erkennen dass wir ja letztendlich auch selbst in diese Symbiose eingewilligt haben ob bewusst oder unbewusst.
    Also, sucht nicht immer die Schuld bei den Borderlinern sondern erkennt eure eigenen Unzulänglichkeiten und übernehmt die Verantwortung für euer eigenes Leben.

    “Selbsterkenntnis ist ein Abenteuer, das in unerwartete Weiten und Tiefen führt”
    C.G. Jung

    P.s. Danke, an meine Ex-partnerin, dass war das beste was mir passieren konnte.
    Danke, dass es dich in meinem Leben gegeben hat.
    Gott segne dich.

    1. Min
      Min
      1. November 2016 at 19:21 | | Antworten

      hallo „ohne Namen“ 😀

      Danke für deine rührenden Worte. ich habe mich in einen männlichen Borderliner verliebt :/
      Er hat mich vernichtet. Mir alle meine inneren Illusion und innern Ängste bewusst gemacht. Er wollte mich über wohl dosierte mini – Trauma an sich binden. kontrollieren und formen.

      Über meinen Glauben meiner liebe zu jesus konnte ich mich von ihm lösen. Ich habe meine liebe zu ihm nicht negiert, sondern umgewandelt in Nächstenliebe und losgelassen. dann folgte der lange quälende Entzug. Mit Therapie habe ich es dann geschafft 😉
      Ein Bekannter von ihm sagte mir später das er „Engeln die Flügel stutzt“. Es war sehr knapp gewesen, ich bin immer noch schockiert darüber das jemand den ich liebe so grausam zu mir sein kann. (ich kannte es ja als kind, dann wurde es mir wieder bewusst)

      Ja ich liebe ihn immer noch. Er hat mich in meinen inneren Käfig besucht. Das hat noch niemand geschafft.

      Nun bin ich im Traumprozess . Der Mensch den ich liebe ist schwer krank. Eine Beziehung zu führen ist nicht möglich. :( so kann ich damit umgehen.

      Meiner Mutter habe ich verzeihen können. Nun fühle ich mich innerlich freier bin gewachsen.

      Die Liebe zu Jesus war dabei entscheidend. Er hat mich am leben gehalten in den schwierigen Momenten.

      selig sind die geistig schwachen..

  2. ohne Name
    ohne Name
    12. Mai 2016 at 06:09 | | Antworten

    Hallo :-),

    Der Borderliner spiegelt das Ich und nicht das Selbst.

    Ein Seelenpartner spiegelt dir die Schattenanteile deiner Selbst.
    Ich + Schatten = Selbst (Selbstheilung = das Selbst muss wieder Heil (Ganz, Gesund) werden und nicht das Ich (Ego). Das Ich (Ego) ist immer Unheil (Gespalten, Krank) in der Welt.

    ..außerdem warum verliebt man sich denn in ein Borderliner ??
    ..weil man ja sich selbst noch nicht vollständig aus der Symbiose gelösst hat !!
    Eine bewusste Loslösung von einem Borderliner birgt ebenfalls ungeheures Wachstumspotenzial in sich wie bei einem Seelenpartner (eigene Erfahrung).

    „Dieser Schmerz bei dem Partner ist groß und nicht zu begreifen, deshalb so viel Leid, Verzweifelung und Kummer… In ihm ist auch alter Schmerz reaktiviert worden… ungelöste Konflikte aus der Kindheit… seine unbewusste Suche nach der „restlichen“ Symbiose, die er mit Borderliner erlebt, findet damit auch ein Ende… und den Weg zurück, zu sich selbst, wenn er genau hinschaut.“
    „Und dran denken: Partner hat unbewusst die Rolle der Mutter übernommen, die dem Borderliner die Symbiose „schuldig“ geblieben ist, und eine Lösung von dem Borderliner kann man bildlich als eine Geburt sehen, was auch Ende der Symbiose bedeutet. Geburt ist verbunden mit viele Wehen und Schmerzen, aber mit der Geburt fängt ein neues Leben an…. eigenständig und selbstbestimmt!“

    http://www.borderline-spiegel.de/13-beziehungen_und_bl.html

    Gruß :-)

  3. André Ammel
    André Ammel
    23. April 2015 at 17:58 | | Antworten

    Liebe Leute, Ihr werdet Gott an der Haustür nicht vorfinden, in Eurem Herzen nicht, er ist überall und spürbar letztlich doch wiederum nicht, weil wir keine Marionetten sind. Stürzt Euch meinethalben in’s Schwert, und Ihr gelangt in’s Elysium, wo er definitiv weilt, um uns alle — auch Selbstmörder — mit einer auf dieser Ebene nicht vorstellbaren Liebe zu empfangen. Dort findet Ihr Eure wahre Liebe, hier eher nur ein Abklatsch davon, weil Männer und Frauen von ihren verachtungswürdigen Eitelkeiten und Egozentrismen unersättlich beseelt sind. — Ändert aber nichts daran, daß ich meine Traumfrau weiterhin suche und auch finden werde. — Niemand, ich wiederhole niemand, der Gott anzweifelt, zürnt oder gar verachtet, wird abgestraft, das glauben nur die bigotten Dogmatiker. Wir alle sind mit Gott letztendlich auf der selbigen Augenhöhe …

    1. André Ammel
      André Ammel
      23. April 2015 at 17:59 | | Antworten

      Nein, mein Kommentar muß definitif nicht moderiert werden

  4. Max
    Max
    2. Februar 2015 at 17:55 | | Antworten

    Zuerst einmal: Hallihallo! :)

    Zum zweiten:
    Ich bin heute mehr oder weniger zufällig (Google) auf diese Website gestoßen und da mich sowohl das Thema Seelenverwandtschaft als auch Borderline sehr interessieren war ich sehr gespannt, was denn hier nun geschrieben stehen mag!

    Einerseits habe ich festgestellt, ohne es irgendwem (insbesondere nicht dem Autor/der Autorin der Website) übel zu nehmen, dass hier doch leider wie so oft die harten und krassen Klischees einer Borderlineproblematik in den Vordergrund gerückt werden und diese Klischees sind, wie so oft, nur die Spitze des Eisberges.
    Ich finde auf jeden Fall gut, dass du als Autor/in dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast und mir ist auch bewusst, dass ein Bezugnahme oder vergleichende Stellungnahme zwischen Borderline und Seelenverwandtschaft ein so immens großes Feld ist, dass nur (meines Urteils nach eine geringe Menge) Teilaspekte benannt werden können.

    Doch wie gesagt, es fällt mir immer wieder, in Foren und Lektüren auf, dass das Bild einer Borderlinstörung von den heftigsten Ausprägungen regiert wird.
    Um noch einmal die Metapher des Eisberges zu bemühen;
    Die Spitze, die aus dem Meer nach oben ragt, sind die Verhaltensstörungen, welche am heftigsten zu Buche schlagen KÖNNEN.
    Können, weil es jede Menge Borderliner gibt, die gewillt sind, zu lernen, sich zu entwickeln und emotional wie verhaltenstechnisch nachzureifen.
    Es ist wahr, das der Großteil (vlt auch alle, aber pauschalisieren bringt nicht viel) der Borderliner/innen zu einem persönlich differierenden Anteil auf kindlichen Emotionen, kindlicher Regulation eben solcher und gegebenfalls auch einem oder mehreren Traumata zu kämpfen hat. (Nicht jede Borderlinestörung ergibt sich aus Traumatisierung)
    Und ich denke wirklich jedem Borderliner, wirklich jeder Borderlinerin wird im Nachhinein, ob früher oder später sei mal dahingestellt, klar, dass bestimmte, unangepasste Verhaltensweisen/-muster & Emotionsregulationen schlicht und ergreifend ihnen selbst und anderen Schaden, Schmerzen und sogar (weitere) seelische Zerstörung bereitet.
    Um mich einfach mal zu „outen“: Ich bin selbst ein junger Mann von 21 Jahren und mir wurde auch die Borderlinestörung diagnostiziert. Von daher kenne ich mich in einem Teilgebiet, nämlich den Gebieten die meine persönlichen Störungsanteile betreffen, der Borderlinestörung aus.

    Und um alles als Verteidigung von mir geschriebene unsererseits, den Betroffenen, noch von einer anderen, der Seelenverwandtschaftsseite zu untermauern noch folgendes:

    Ich lebe nun seit 1 Jahr und gut 1 Monat in einer Beziehung und meine Freundin hat auch eine Borderlinstörung.
    Bei ihr treten auch andere Facetten dieser Störung auf, die mich nicht betreffen und andersherum, dennoch gibt es immer noch eine recht große Schnittmenge.
    Aber allein das macht uns noch nicht zu Seelenverwandten.
    Denn das Leben von uns beiden heißt nicht „Borderline“;
    sondern es heißt das Leben mit „Borderline“.
    Wir haben viele gleiche Hobbys, wie Zeichnen, Malen, Basteln, haben aber auch eigene Vorlieben in anderen Richtungen, ich liebe es zu plastizieren (Ton, Speckstein u.ä.), sie kann so beeindruckend emotionale Bilder malen, von solchen Fähigkeiten kann ich nur Träumen.
    Wir interessieren uns für Wissenschaften, Politik und vieles mehr und sind oft gleicher oder zumindest ähnlicher Meinung, doch (Achtung, jetzt kommt Sarkasmus!) trotz unserer Borderlinstörungen können unglaublicherweise kontroverse Diskussionen über Politik insbesondere führen (Sarkasmus Ende!)!
    Ich mache momentan mein Abitur nach, habe endlich genug Stabilität durch Willen und Therapie gewonnen um dies in 2 Jahren abzuschließen!
    Meine Freundin macht eine Ausbildung zur biologisch technischen Assistentin und steht auch mitten im Leben.
    Wir sind vor einiger Zeit zusammengezogen und (Sarkasmus incoming..) unglaublich, aber wahr: Wir streiten uns so gut wie nie! (Sarkasmus Ende).
    Um es nochmal ernsthaft nachzuhalten:
    Wir haben einen Weg gefunden, borderlinetypische Verhaltensweisen bei uns jeweils selbst oder beim anderen zu erkennen und entsprechend damit umzugehen! Wir wissen, ab wann ein Streit eskalieren könnte (damit ist nicht gemeint, dass wir uns prügeln…. sondern einfach nur, dass wir uns wie Kinder sinnlose Unterstellungen machen würden) und dann gehen wir uns aus dem Weg bis der Rauch sich verzogen hat und relfektieren darüber, was eigentlich passiert ist und können uns wieder versöhnen.
    Natürlich ist das nicht immer einfach, aber ich habe gewusst, worauf ich mich einlasse und wusste einfach schon vor der Beziehung durch eigene Nachforschungen in diverser Literatur und im Web über Borderline eine ganze Menge. Und meine eigene Diagnose wurde auch erst während unserer Beziehung gestellt.
    blablablaaaa ich könnte stundenlang hier sitzen und euch aus unserer Beziehung erzählen, um aufzuzeigen, dass es zwar nicht leicht ist, aber möglich.
    Und zum Schluss wage ich zu behaupten, dass wir beide vielleicht wirklich so etwas wie seelenverwandt sind.

    Doch das wichtigste von allen Dingen ist, mit sich selbst und seinem gegenüber in jeglicher Situation offen, empathisch und sich seiner Postition (Gefühle, Wünsche, Grenzen) bewusst & milde hinterfragend und der Position des anderen achtsam und auch milde, positiv hinterfragend gegenüber zu stehen!

    Und das ist, wie ich meine, kein Rezept allein für „Borderlinebeziehungen“, sondern ich denke wirklich, dass dies ein Rezept für jegliche zwischenmenschliche Beziehungen sein wird.

    Mit freundlichen Grüßen an alle hier lesenden Menschen! :)

    Max

  5. Kerstin
    Kerstin
    13. September 2014 at 23:25 | | Antworten

    Hallo,

    ich habe genau so eine Beziehung hinter mir,
    mit einem Borderliner, es war die Hölle.
    Sicher sind nicht alle Borderliner mit gleich
    stark ausgeprägten Symtomen gestraft.
    Ich für meine Person werde die Beine in die Hand
    nehmen und laufen, sollte ich nochmal ne Seelenverwandschaft
    zu einem männlichen Wesen empfinden.
    Nie mehr werde ich mich dem Risiko aussetzen, eine
    Beziehung mit einem Borderliner einzugehen.
    Von dem Gefühl einen Seelenverwandten zu suchen/brauchen
    hat mich dieser eine Borderliner restlos geheilt.

    LG, Kerstin

    1. Hl.Geist
      Hl.Geist
      22. Oktober 2015 at 23:02 | | Antworten

      dann war es wohl doch ein wegbegleiter , der dir geholfen hat, dich selbst zu finden.

  6. Ulli
    31. August 2014 at 21:48 | | Antworten

    Hallo AllesIstHeilbar,

    falls Du hier noch liest, möchte ich Dir von Herzen danken für Deinen Artikel. Du hast im Grunde alles gesagt. So würde ich mich verstanden fühlen. DANKE.

  7. Ulli
    31. August 2014 at 21:36 | | Antworten

    Bin selbst Betroffene und habe daher genau gelesen. es treffen selten alle Kriterien zu und in ganz unterschiedlicher Intensität. Meiner Meinung nach ist das ein sehr plakatives Denken über Borderline. Es ist die Horrorvision und enthält einige Vorurteile.
    Demnach muß man, als jemand der eine Beziehung, egal welcher Art, zu einer betroffenenen Prson hat, die Hölle erleben. Es gibt viele Betroffene, die in langjährigen Beziehungen leben. Ich selbst war 10 Jahre mit meinem Mann zusammen. Und ich kenne auch ander, noch längere Beziehungen.

    Nicht falsch verstehen, ich weiß, wie anstrengend es sein kann, aber nach dieser Beschreibung sind Menschen mit Borderline Problemen nicht im Stande, ein eigenes Leben zu führen und genauso wenig Beziehungen. Das darf alles nicht so verallgemeinert werden. Seitdem ich diese Diagnose habe, kämpfe ich gegen eine Flut von Vorurteilen. Denn wenn man sieht, wie andere Borderline sehen, da kann es einem schon auch mal anders werden. Was ich hier nicht gelesen habe ist, daß Menschen mit Borderline Problemen teilweise auch große Begabungen haben. Und daß es auch bekannte Persönlichkeiten sind ( Elvis, Marilin Monroe, Lady Diana, um nur ein paar zu nennen ).

    Bei weitem ist nicht jeder Betroffene aggressiv und beziehungsunfähig. Un nicht jeder strebt diese Verschmelzung an. Auch das Idealissieren und Abwerten, ds ist nicht bei allen Betroffenden so. Usw. … Es ist ein schwieriges Thema und es bräuchte viel Austausch, um Borderline Betroffene besser zu verstehen.
    Eine Therapeutische Regel ist: Der Therapeut geht immer davon aus, daß der Betroffene das nicht mit Absicht macht, oder wenn er jemanden verletzt.

    Ich habe einmal vor Studenten gesprochen und da fragte mich der leitende Arzt, was ich den Studenten gerne mit auf den Weg geben möchte. Meine Antwort war: “ Ich wünsche ihnen, daß sie ihre zukünftigen Patienten so bahandeln, wie sie selbst gerne behandelt werden möchten.“ Borderline ist eine Kraknheit, aber die Betroffenen sind keine Aussätzigen, die zwischenmenschliche Beziehungen nicht führen können. Sie müssen sich nur fast alles hart erarbeiten. Bei vielen würde ein Außenstehender gar nicht auf die Idee kommen, daß sie Borederline Probleme haben. Also: Man muß nicht vor ihnen warnen. Ein Großteil lebt ein ganz normales Leben.

    Sorry, daß es etwas länger geworden ist.

    Freundliche Grüße,

    Ulli

  8. AllesIstHeilbar
    AllesIstHeilbar
    1. April 2014 at 08:10 | | Antworten

    Diesen Text empfinde ich als schwierig, da er erstmal sehr reflektiert und gut formuliert wirkt, jedoch zwischendurch leider oft undifferenzierte Formulierungen auftauchen, die in der Folge kategorische Urteile transportieren. Ein paar Anmerkungen halte ich für sehr wichtig.

    HSP und borderline „finden sich“ schon deswegen so gut, weil das nicht zwei unterschiedliche Arten von Menschen sind sondern Borderliner wahrscheinlich meistens selber HSP sind ! (Mehr dazu weiter unten bei 1.)

    Im weiteren halte ich die Aussage „Boderlinepersönlichkeiten identifizieren sich vollkommen mit dem anderen Menschen, …) für zusehr vereinfacht.
    „Die Borderlinepersönlichkeit“ (gibt es nicht in so simpler Form wie hier suggeriert wird, die Diagnose beruht auf Symptomen und diese resultieren aus einer komplexen Zusammensetzung von Faktoren) wird über einen schwarz-weissen Konzeptkamm geschert. Genau dieser wird ihr aber gleichzeitig zugeschrieben (der von mir soeben erfundene Konzeptkamm) In der Tendenz ist ganz sicher durchaus etwas dran an dem, wie die Aussage gemeint ist, solche Aussagen sind jedoch kontraproduktiv, da sie Vorurteile schüren und eher Fronten verursachen bzw. härten.

    Wie aus Deinem Artikel über Seelenverwandtschaft hervorgeht, weißt Du selber, dass es viele Ansätze gibt, diesen Begriff zu definieren bzw. verschiedene Konzepte dazu.

    Du schreibst, das Gefühl der tiefen Vertrautheit entspringe (nur?) aus der Identifizierung und dem Andocken der BP an die geliebte Person und das „ein Teil der Seele stirbt“ wenn die Spaltung/ Trennung einsetzt. Der Absatz ist durch das „man“ schon verwirrend, ist nun die BP gemeint, die das Gefühl bekommt ? Das ist einfach nicht fertig gedacht und unpräzise formuliert. Es klingt so , als sei die Verwandtschaft nur projiziert , wie kommst Du zu dieser Annahme bzw. dazu es so stehen zu lassen ? Wenn ein Teil der Seele zu sterben scheint (was nicht möglich ist – sie kann abgespalten werden und es kann sich wie der Tod anfühlen etc.) so klafft genau an der stelle das Trauma – bietet also Zugang und Möglichkeit zur Heilung. Da die Empfindungen jedoch meist so extrem sind, daß das Bewußtsein für den größeren Rahmen verlorengeht (Traumata werfen einen wenn sie aktiviert werden in den Bewußtseinszustand zurück, welcher mit dem Trauma verknüpft ist, daher sind Anker wichtig etc usw) Dem ist so viel hinzuzufügen…

    Bezüglich der Seelenverwandtschaft: Jede Seele hat Entwicklungspotentiale, sonst wär sie nicht hier in der extrem-polarisierten physischen Welt unterwegs. Es profitieren bei menschlichen Begegnungen immer beide Seiten bzw. beide Seelen von Konflikten, auch wenn es sich nicht gut anfühlen mag. Genauso wie immer beide Seiten mitverantwortlich und im Grunde einverstanden sind. Das mag aus menschlicher Perspektive anmassend klingen – wie, ich sollt einverstanden gewesen sein ? Aber es geht um ein viel grösseres Bild. Die größten Gegner, Feinde, Missetäter sind nämlich häufigst genau die verwandten Seelen, von denen wir auf seelenebene etwas lernen können. Genau die, die einen immer streicheln sind eventuell der Entwicklung eher hinderlich auch wenn es sich erstmal wie wie die grosse Seelenverwandschaft anfühlt. Nicht nur was sich gut anfühlt ist gut für einen. Das soll jedoch keine Entschuldigung oder Rechtfertigung oder ein Freifahrschein für übergriffige Verhaltensweisen oder Impuls-Inkontinenz sein – natürlich nicht, denn es geht ja genau darum aus den Verwicklungen heraus zu wachsen. Es braucht jedoch die Tiefe, um die Höhe zu erkennen und wertzuschätzen.

    Je genauer ich mir diesen Artikel anschaue, desto schwieriger finde ich ihn.

    „Versuche, eine Situation zu besprechen, zu reflektieren, zu klären, sind somit zum Scheitern verurteilt.“ Das ist ein kategorisches Urteil . Das ist eine Herabwürdigung dieser sehr sensiblen Menschen, wie kannst Du behaupten, es sei kategorisch zum Scheitern verurteilt ?

    Kurz später dann aber „vorausgeschickt“ (der Artikel ist schon halb vorbei und es sind bereits gegenteilige Aussagen gemacht worden) „muss gesagt werden, dass es die unterschiedlichsten BP gibt.“ Also wird jetzt freundlicherweise alles relativiert bis auf die aufgeführten Kategorien, was wieder ein stabiles Vorhandensein dieser suggeriert.

    Warum schreibst Du nicht gleich die im ICD-10 unter Emotional instabiler Persönlichkeit als Unterpunkt aufgeführten für die Diagnose BP nötigen Komponenten ab ?

    Also, um versöhnlich abzuschliessen, es ist ja gut wenn Menschen sich mit diesen Dingen auseinandersetzen. Ich kann wärmstens empfehlen sich mit den Konzepten von Psychotraumata auseinanderzusetzen welche die vorgeburtlichen Traumata berücksichtigen. Mir ist in diesem Rahmen vor allem die Arbeit (zwei dicke Bücher über Theorie und Applikationen plus Arbeitshandbücher) des ISPS bekannt. Recht komplex aber profund und nicht nur Theorie sondern durch praktische Erfolge bestätigt. http://www.peakstates.at (weniger umfangreich aber deutsch) , http://www.peakstates.com (umfangreicher)

    Hier noch ein ebenso laienhafter gerade eben schnell formulierter Erklärungsansatz zur HSP / BP Verbindung:
    1. Ein möglicher Erklärungsansatz wäre: Da sie (die HSP welche später eine BP entwickeln) von klein auf extrem vielen Reizen ausgesetzt waren, andere Bedürfnisse hatten als die anderen 80% der Kinder ist die Gefahr vorhanden, dass sie sich beim Versuch sich zu orientieren, an Mitmenschen wie z.B. Eltern orientieren, die nicht empathisch, sondern mit Konzepten reagieren, weil sie nach Konzepten (innerhalb starrer Paradigmen) leben und eher das Kind in Frage stellen als sich selbst und nicht besonders weit aufs Kind zugehen. Lest mal „Aggression“ Jasper Jul. Wenn das Kind dann also Konzepte aufsaugt und gleichzeitig nicht da abgeholt wird wo es ist, ist ein Teil der Gründe für ein fragmentiertes Ich.

    Weitere Gründe sind natürlich Traumata welche oftmals vorgeburtlich sind, ob nun aus der eigenen Entwicklungsgeschichte oder der Familiengeschichte (was dasselbe ist wie genetisch – durch das Heilen von Traumata ändern sich schliesslich auch genetische Eigenschaften. Mehr dazu in den Publikationen des Institute for the study of peak states of consciousness ISPS http://www.peakstates.com oder natürlich Bruce Lipton etc.)

    Herzliche Grüße und gute Reise an Alle.

  9. Edel
    Edel
    17. Juli 2013 at 13:56 | | Antworten

    grosse Liebe wiedergebracht..Es ist das Buch „Das Geheimnis des Herzmagneten“.Viel Glueck sendet Edelgard..Hallo meine Lieben.Ich. habe meinen Seelenpartner wieder zurueckgewonnen wie durch ein Wunder.Keiner hielt es fuer moeglich.War nach der Trennung so krank in der Seele,dass ei guter Freund mir ein Buch brachte.Lese eigentlich ungern,aber ich fing an ES zu lesen.Es war so fesselnd dass ich es sogar 2mal las.Das Buch hat mir mein

  10. Alexandra Heinrich
    9. April 2013 at 16:36 | | Antworten

    Was für ein Glück, auf dieser Seite gelandet zu sein… obwohl ich meine achtjährige Ehe mit einem „Borderline-Mann“ schon oft reflektiert habe, kamen hier noch einige Aha-Momente dazu! Und hat mir meine langsam und mühsam gewonnene Erkenntnis nochmals bestätigt, dass keineswegs die Schuld in meinem Unverständnis lag… so wie mir immer wieder eingeredet wurde.

    Leichter wurde alles, als mir – bereits nach meiner Trennung – vor dem Abschlussgespräch mit der Familientherapeutin gesagt wurde… von ihr gesagt wurde, sie würde am liebsten in Richtung borderline gehen.

    Die Jahre danach habe ich Stück für Stück die Puzzleteile vor dem Hintergrund einer Borderline-Persönlichkeit neu zusammen gesetzt.
    Plötzlich wurde alles stimmig….

    Nun kamen hier noch einige Aspekte hinzu. Wunderbar, dankeschön!

    Alexandra Heinrich

  11. Silvia
    Silvia
    11. Februar 2013 at 20:08 | | Antworten

    Vielen Dank für diese wertvollen und wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann, wahrhaftigen Zeilen:

    ich selbst habe am Ende mit einer BorderlinePersönlichkeit und der für mich „großen Liebe“ formuliert: „Ich bin in dir verschwunden, ich hab mich in dir nicht mehr gefunden….“!- zur Zeit dieser Begegnung war der junge Mann 18 Jahre und ich 49! = und die Trümmer nach 3 Jahren endeten mit einem Burn out meinerseits –

    (allerdings führte mich die Frage zu forschen, was da denn bloß h i n t e r dieser unbeschreiblichen Anziehung steht, in die vergangener gemeinsamer Leben: und dies waren 80 % )

    Freundlichen Gruß

    1. Merlin
      Merlin
      5. September 2013 at 14:32 | | Antworten

      Hallo Silvia,

      über Deinen Beitrag bin ich ganz besonders gestolpert. Vor allem über das gewählte Zitat „ich bin in dir verschwunden …“.

      Ich würde mich gerne via Mail mit Dir austauschen; vielleicht über unserer beider „Geschichten“. Vielleicht magst Du mir einmal per Mail schreiben.

      Merlin (46)

  12. HugoAd
    2. August 2012 at 08:49 | | Antworten

    Vielen Dank für den Hinweis auf unsere Seiten, die auf den verstorbenen „Kronos“ zurückgehen.
    Ich möchte den Hinweis gerne ergänzen um den Tipp, dass wir auch ein sehr lebendiges Forum betreiben, das sich als Selbsthilfegruppe versteht.
    Dort sind überwiegend (Ex-)Angehörige unterwegs und solche die es werden wollen.

    LG HugoAd

  13. Nea
    4. März 2012 at 08:06 | | Antworten

    Einen schönen guten Morgen.
    Vielen Dank für die exakte Beschreibung von Borderlinern. Mein letzter Partner ist Borderliner und nun mein Ex. Ich kenne die Auswirkungen von beiden Seiten. Es gibt auch Linderung und Integration, wenn man das selbst will. Mein erster Schritt war: Mich mit meiner Persönlichkeit intensiv zu befassen, nachdem ich alles ganz und gar verloren hatte und ich mich für mich zwischen Leben und Tod entscheiden musste. Heute bin ich zwar wieder/ immer noch solo, doch mein jetziger Ex hat mir auch zeigen können, wie verzweifelt ich damals gewesen sein muss. Mit anerkennen der eigenen Störung kommt die Besserung, man man selbst bereit ist. Ich sende einen Gruß an alle Betroffenen und deren Angehörige. Nea

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